Zum Inhalt springen
Inhalt

Pilotprojekt im Kanton Zug Vom Heim in die eigene Wohnung

Menschen mit Behinderung entscheiden selber, wo sie wohnen oder arbeiten. Dieses Modell probiert der Kanton Zug seit zwei Jahren aus – mit Erfolg.

Der 29-jährige Man lebt seit gut vier Monaten alleine. Vorher wohnte er mit zwei Mitbewohnern in einer Wohnung der Zuwebe, einer Zuger Institution für Menschen mit Behinderung. Die neue Selbständigkeit gefällt ihm. «Vorher konnte mich immer jemand kontrollieren, jetzt hat kein Betreuer mehr einen Schlüssel», sagt er und grinst.

Ganz ohne Unterstützung geht es aber nicht; einmal in der Woche bespricht er mit einem Betreuer seine Finanzen oder auch ganz alltägliche Situationen wie den Waschplan.

Seit zwei Jahren im Test

Das Projekt InBeZug – kurz für individuelle und bedarfsgerechte Unterstützung für Zuger mit Behinderung – gibt es seit Anfang 2017. Statt wie bisher einen Pauschalbetrag pro beeinträchtigte Person an Institutionen und Heime zu überweisen, finanziert der Kanton Zug neu direkt die Menschen mit Beeinträchtigung. Diese sollen so vermehrt selber über ihre Arbeits- und Wohnsituation entscheiden können.

Der Pilot läuft noch bis Ende 2019 – dann entscheidet sich, ob Zug dieses Modell definitiv einführt.

Möglich macht dies das Projekt InBeZug, kurz für individuelle und bedarfsgerechte Unterstützung für Zuger mit Behinderung. Für die zuständige Regierungsrätin Manuela Weichelt ein logischer Schritt: «Dass Menschen mit einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung automatisch im Heim landen, ist schlicht nicht mehr zeitgemäss.»

Bisher konnte das Projekt insgesamt sieben Leute unterstützen – entweder mit einer Stelle im primären Arbeitsmarkt oder einer eigenen Wohnung. Die Idee sei aber nicht, die klassischen Heime zu verdrängen, sagt Weichelt: «Das Ziel ist nicht, dass Institutionen geschlossen werden, sondern dass sie sich verändern und dem Markt anpassen.»

Günstiger als bisherige Betreuung

Hinzu kommt, dass das Projekt den Kanton bisher günstiger kommt als die konventionelle Betreuung. «Unsere Erfahrung zeigen, dass die Betreuung günstiger wird, da sie individuell angepasst ist», erklärt Weichelt.

Auch der junge Mann in seiner neuen Wohnung freut sich über die Veränderungen in seinem Kanton: «Wenn jemand Unterstützung braucht, soll er genau so viel Freiheiten haben wie jeder andere auch.»

SRF 1, Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hanspeter Zaugg (rägetag)
    Wir sind was Selbstädigkeit fördern zur selbstvertädlichkeit gehörendes Lebensmodell Lichtjahre von einer guten Lösung entfernt:Weil Heime auch Unternehmen sind und Unternehmen wollen verdienen, Zaghafte Versuche wie im Kanton Zug sind selbstvertädlich zu unterstützen sind aber im Monent ein Tropfen auf den heissen Stein
    Ablehnen den Kommentar ablehnen