«Pro Kind ein Bett und ein Moskitonetz, das ist das Ziel»

Das Leben von Roger Glur könnte gegensätzlicher kaum sein: Beruflich schafft der Luzerner unter anderem straffällig gewordene Afrikaner in ihre Herkunftsländer zurück. Privat engagiert er sich für ein Hilfsprojekt in Afrika. Im Gespräch erklärt Glur, wie das zusammengeht.

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Die Waisenhäuser

In Conakry (Guinea): Das Haus nimmt verlassene und ausgesetzte Babys auf sowie Kinder, die ihre Eltern verloren haben. Aktuell wohnen 31 Kinder im Alter von zwei bis 21 Jahren dort.

In Douala (Kamerun): Es beherbergt 37 Kinder. Der Verein «rocConakry» hat dort unter anderem einen Neubau für getrennte Mädchen- und Bubentoiletten finanziert.

Es war vor gut zehn Jahren, als Roger Glurs soziales Engagement begann. Anfänglich verschenkte der heute 48-Jährige gebrauchte T-Shirts an afrikanische Strassenkinder.

Armut in Afrika kennengelernt

Heute ist er Präsident des Vereins «rocConakry». Der Name setzt sich zusammen aus Glurs Spitznamen «Rocco» und Conakry, der Hauptstadt Guineas, wo der Verein ein Waisenhaus unterstützt. Die Spenden kommen häufig von Angehörigen der Luzerner Polizei, sagt Glur.

Ursprünglich waren es auch berufliche Reisen, die Roger Glur nach Afrika führten. Als Polizist der Luzerner Polizei begleitet Glur nämlich seit Jahren straffällige Afrikaner, die in ihre Heimatländer ausreisen müssen. Auf solchen Reisen habe er das Schicksal von Strassen- und Waisenkindern kennengelernt, so Glur.

«Geld kommt am richtigen Ort an»

Inzwischen sind es zwei Waisenhäuser, die der Verein unterstützt. 2015 wurden gut 17'000 Franken investiert. Glur ist überzeugt, dass das Geld am richtigen Ort ankommt: «Ich bin selber häufig dort und stehe in direktem Kontakt mit den Verantwortlichen.»

Definitiv in die Entwicklungshilfe wechseln will Glur nicht: «Ich kann in Afrika besser helfen, wenn ich weiterhin in der Schweiz als Polizist arbeite.» Sein Ziel ist es, dass jedes Kind in den Waisenhäusern sein eigenes Bett mit eigenem Moskitonetz hat. «Zudem möchten wir als Hilfsorganisation anerkannt werden», sagt Glur, «dann könnten wir ein Haus kaufen und dort HIV-positive Kinder betreuen.»

Regionaljournal Zentralschweiz, 17.30 Uhr