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Legende: Audio Dario Schwendener: «Ich bereite mich auf dieses Rennen seit knapp zwei Jahren vor.» abspielen. Laufzeit 07:27 Minuten.
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 12.08.2019.
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Regatta der anderen Art Zuger segelt in elf Monaten um die Welt

Dario Schwendener sticht am ersten September in die Weltmeere. Für den Edlibacher geht ein Traum in Erfüllung.

Es sind gewaltige Strapazen welche die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Clipper Round the World Yacht Race auf sich nehmen. Für elf Monate leben die Segel-Teams auf engstem Raum, sind Kälte und Nässe ausgesetzt und müssen mit Extremsituationen zurechtkommen.

Ich hoffe das Rennen macht mich bescheidener.

Mit dabei ist auch der 26-jährige Dario Schwendener. Für ihn, der seit Kindesbeinen segelt, steht der sportliche Reiz im Vordergrund. Ausserdem fasziniere ihn die Zusammenarbeit in einem Team mit 15 Nationalitäten und verschiedenen Altersklassen. Bescheidener hoffe der Edlibacher zu werden, wenn er auf dieser grossen Welt unterwegs ist. Und von seinem insgesamt 58-köpfigen Team, die nicht alle immer an Bord sind, möchte er möglichst viel lernen.

Schwendeners Team

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Beim Clipper Round the World Yacht Race treten elf Teams gegeneinander an. Ausgangspunkt ist London und von dort geht es über Uruguay und Südafrika nach Australien. Von China aus segeln die Konkurrenten über den Pazifik nach Kalifornien. Über den Panama-Kanal gelangen die Segelboote an die US-Ostküste und von dort zurück nach England.

Dario Schwendener tritt die 70'000 Kilometer im Team «Dare to lead» (Wage zu führen) an. Er ist einer von rund acht Teilnehmenden, die das ganze Rennen absolvieren werden. Das Team besteht aus neun erfahrenen Weltumseglern, sowie insgesamt 42 Männern und 16 Frauen. Das jüngste Mitglied ist 18 Jahre alt, das älteste 74-jährig.

Tag für Tag

Damit es Dario Schwendener nicht plötzlich ablöscht, versucht er nicht allzu weit nach vorne zu schauen. «Denn die Meere sind eben schon ziemlich gross.» Die Vorbereitung ist dabei die halbe Miete. Physisch trainiere Schwendener im Schnitt viermal pro Woche. «Die Rumpfkraft ist sehr wichtig, um sich auf dem Boot festhalten zu können», so der Amateursegler.

Leben an Bord

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Hygiene
«Eine Dusche gibt es an Bord leider keine», stellt Dario Schwendener klar. Zur Hygiene trage das Tragen von Merino-Wäsche bei. Ausserdem arbeite er mit Schichten. Die Kleider direkt auf der Haut werden dementsprechend öfters gewechselt als die zweite Schicht. Die dritte und äusserste hält dann vom Wetter und den Wellen ab. «Ich habe ein System entwickelt, bei dem ich alles in wasserdichten Säcken nach Farben kodiert aufbewahre.»

Nahrung
Das Schiff verfüge über einen Wassermacher, welcher pro Minute 50 Liter Salz- in Trinkwasser umwandelt. «Wir leben nicht nur von Astronauten-Nahrung.» Es werde versucht einmal pro Tag warm zu kochen. Bei Milch und Fleisch sei man wohl auf Dosenkost angewiesen.

Konflikte
Dass es zwischen den Teammitgliedern einmal nicht harmonisieren sollte, sieht Schwendener durchaus als Schwierigkeit. Das sei aber mit ein Grund weshalb er am Rennen teilnimmt. Wenn er Konflikte unter diesen schwierigen Bedingungen lösen könne, helfe dies auch im späteren Leben.

Bereit fürs Schlimmste

In Trainings und mit Büchern bereitet sich Schwendener, der soeben den Bachelor Erdwissenschaften an der ETH abgeschlossen hat, auf Extremsituationen vor. «Zum Beispiel: Wenn man ins Wasser fällt: Wie reagiert der Körper in den ersten drei Minuten und wie kannst du dich schützen.» Andere Szenarien sind Feuer an Bord oder ein Leck am Schiff. Um in einem tatsächlichen Vorfall richtig zu reagieren, seien die Vorbereitungen darauf wichtig.

Ich habe sehr viel investiert in dieses Projekt. Deshalb ist die Ausstiegs-Hürde sehr hoch.

Doch damit Schwendener diese Vorbereitungen überhaupt starten konnte, musste er auch finanziell darauf hinarbeiten. Er habe zwei Jahre als Mathe-Nachhilfelehrer gearbeitet. «So konnte ich mir ziemlich viel selber finanzieren», sagt der 26-jährige. Zusätzlich sei er von seinem Umfeld durch Material oder durch Sponsoren unterstützt worden. Wegen dieses grossen Aufwandes glaube er nicht, dass er aus dem Rennen aussteigen könnte.

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