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Ist die Kehrtwende ein Befreiungsschlag?
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 23.10.2019.
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Regierung verwirft Spange Nord Neuer Vorschlag für umstrittenen Autobahnzubringer in Luzern

Der umstrittene Autobahnzubringer Spange Nord in der Stadt Luzern soll auf eine Minimalvariante reduziert werden.

  • Für den umstrittenen Autobahnzubringer Spange Nord in der Stadt Luzern präsentierte die Kantonsregierung einen neuen Lösungsvorschlag.
  • Der Zubringer soll auf eine Minimalvariante reduziert werden.
  • Einzig der Autobahnanschluss Lochhof und eine Brücke über die Reuss auf die Kantonsstrasse in der Fluhmühle soll realisiert werden.
  • Gegen das ursprünglich geplante Projekt gab es heftigen Widerstand aus der Bevölkerung, auch Stadtparlament und Stadtrat wehrten sich gegen die Spange Nord.

Der Luzerner Regierungsrat liess das Projekt Spange Nord in verschiedenen Varianten extern überprüfen. Diesen Auftrag hat er vor etwas mehr als einem Jahr vom Kantonsparlament erhalten. Die Studie kommt nun zum Schluss, dass das ursprüngliche Projekt Spange Nord nicht die bestmögliche Variante ist.

Keine durchgehenden Busspuren

Das Projekt wurde – zusammen mit Varianten des Projekts – auf wirtschaftliche, gesellschaftliche und Umwelt-Kriterien untersucht. In der Auswertung erreichte es maximal den dritten Platz. Gründe waren der hohe Preis von 200 Millionen Franken und dass die Massnahmen im öffentlichen Verkehr zu höheren Reisezeiten führen würden.

Visualisierung des neuen Projekts
Legende: Beim Reussport soll eine neue Brücke entstehen. Die Visualisierung zeigt, wie sie aussehen soll. zvg

Den ersten Platz erreichte die Variante eines Autobahnanschlusses Lochhof in Kombination mit einer Brücke beim Reussport. Die Verbindungsstrasse von der Fluhmühle ins Maihofquartier würde entfallen, und auch durchgehende Busspuren im Bereich Kupferhammer (Kriens) bis Luzernerhof sind nicht Teil der Siegervariante.

Die Kosten für den Autobahnanschluss mit der neuen Brücke werden auf rund 40 Millionen Franken geschätzt, ergänzende Massnahmen auf weitere 85 Millionen.

Fünfmonatige Vernehmlassung

Der Regierungsrat stellt sich nun hinter die Studie und empfiehlt diese Variante. Er wendet sich damit von seiner bisherigen Position als Befürworter der Spange Nord ab. «Das mag überraschen», meint Verkehrsdirektor Fabian Peter, «doch wir hatten ja auch den Auftrag, die Varianten ergebnisoffen zu prüfen».

Als nächstes geht der Bericht des Projekts in die Vernehmlassung. Interessensgruppen können sich während fünf Monaten dazu äussern. Erst danach wird der Regierungsrat über das weitere Vorgehen entscheiden und dem Kantonsrat seinen Planungsbericht vorlegen.

Mitteparteien zeigen sich aufgeschlossen

Die ursprünglich geplante Spange Nord stiess im Vorfeld in betroffenen Quartieren auf heftigen Widerstand. Auch das Luzerner Stadtparlament und die Stadtregierung hatten sich gegen das Projekt gestellt.

Erste Reaktionen auf die neuen Pläne fallen unterschiedlich aus: Die CVP und die FDP des Kantons Luzern etwa begrüssen grundsätzlich die Alternative zur Spange Nord. Das Projekt müsse jetzt aber noch geprüft werden. Die CVP fragt sich jedoch, wie die Erreichbarkeit der Quartiere im Osten Luzerns sichergestellt werden könne. Immerhin sei das neue Projekt ein interessanter Ansatz, der die politische Diskussion entschärfe.

Kritik von links: «Untauglich»

Die Grünen und die SP lehnen auch die neue Variante ab, welche in den Augen den Sozialdemokraten «untauglich» und «nicht stadtverträglich» ist. Das bereits stark belastete Quartier Basel-/Bernstrasse müsste noch mehr Verkehrsinfrastruktur hinnehmen. Für die Grünen ist klar: Auch die Brücke beim Reussport müsse weg.

Die Grünliberalen stellen fest, dass die nun vom Regierungsrat vorgeschlagene Bestvariante nahe bei der Nullvariante sei. Es gebe aber noch viele offene Fragen, so die Auswirkungen auf die Basel-, Bern- und Spitalstrasse. Die GLP befürchtet auch, dass das Kantonsspital schlecht erschlossen bleibe. Eine Metro als Lösung werde immer wichtiger.

Das bisherige Projekt «Spange Nord»

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Das bisherige Projekt «Spange Nord»

Die Spange Nord ist Teil des Gesamtsystems Bypass Luzern. Damit soll das Stadtzentrum entlastet und das ÖV-Angebot verbessert werden.

Die Spange Nord ist eine neue städtische Hauptverkehrsachse. Die geplante Linienführung führt vom Schlossberg über die Friedentalstrasse bis zum neuen Autobahnanschluss Luzern-Lochhof und von dort über die Reuss ins Fluhmühle-Gebiet.

Die Strecke beträgt in etwa 1,8 Kilometer. Der Kanton geht von Kosten in der Höhe von 200 Millionen Franken aus. Die Bauzeit würde rund dreieinhalb Jahre dauern.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Arthur Häberli  (Arthur Häberli)
    Man kann der Kantonsregierung LU zu dieser Betrachtung nur gratulieren. RR Peter hat da was wichtiges erkannt und auch fast gut reagiert. Was mir bei der ganzen Diskussion um die Verkehrslage in Lu stört ist diese kleinliche Planung. Luzern ist im Norden und im Westen von Autobahnen 'umzingelt'. Und es kommt nochmals eine dazu. Wieso nutzt man diese nicht in dem man eben da wo der Verkehr entsteht ihn darauf leitet. z.B. Ebikon. Mit mehreren Traversen statt Verkehr erst in die Stadt zu führen?
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