Stadt Luzern sucht private Beistände

In der Stadt Luzern werden nur elf Prozent der handlungsunfähigen Personen von einem privaten Beistand betreut. Um mehr Personen für diese Freiwilligenarbeit zu gewinnen, nimmt die Stadt Luzern auf Anfang 2015 eine neue Fachstelle in Betrieb.

Broschüre der Stadt Luzern für die Freiwilligenarbeit Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Beiständinnen oder Beistände brauchen eine hohe Sozialkompetenz und die Bereitschaft sich zu engagieren. SRF

Wie die Stadt Luzern am Montag mitteilte, gibt es zur Zeit 1046 sogenannte Erwachsenenschutzmandate. Davon werden 115 von privaten Beiständen geführt. Meistens sind dies Verwandte, etwa Eltern, Geschwister oder erwachsene Töchter und Söhne. Sie helfen beim Ausfüllen der Steuererklärung oder organisieren für sie Unterstützungsmassnahmen.

Der Stadtrat findet, dass im Vergleich zu anderen Städten oder Gemeinden der Anteil privater Beistände zu tief sei. «Ein Vorteil privater Beistände ist, dass sie mehr Zeit haben als Berufsbeistände und somit mehr zwischenmenschliche Kontakte möglich sind», sagt Sozialdirektor Martin Merki. Die Stadt Luzern sucht deshalb interessierte Freiwillige, welche bereit sind, eine Beistandsschaft zu übernehmen. Rekrutiert werden sollen die privaten Beistände von einer neuen Fachstelle. Diese wird die Freiwilligen auch schulen, weiterbilden und beraten.

Private Beistände würden die professionellen ergänzen. Sie werden diese aber nicht ersetzen. Anspruchsvolle und komplexe Mandate werden weiterhin von professionellen Beiständen geführt.