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Burri: «Das war ein sensationeller Fund»
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 27.07.2020.
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Unerschlossene Archivquellen Sie hebt den Nidwaldner Papierschatz

Monika Burri sichtet und archiviert momentan im Staatsarchiv Nidwalden Tausende Dokumente. Ein Besuch.

Schätzungsweise eine Million Blätter Papier werden in den nächsten vier Jahren durch die Hände von Monika Burri und ihrem Team wandern. Sie archivieren Tausende Notizbücher, Dokumentenbündel und Schachteln voller Akten. Würde man sie alle aneinanderreihen, ergäbe das eine Strecke von ungefähr einem halben Kilometer.

Den Auftrag erhielt die Historikerin Monika Burri vom Staatsarchiv Nidwalden, das diese unerschlossenen Archivquellen verfügbar machen will. Bis jetzt waren sie der Öffentlichkeit kaum zugänglich. «Das liegt daran, dass die Staatsarchivare früher eine andere Aufgabe hatten», sagt Burri, «sie waren eher am Forschen und Publizieren als am Katalogisieren der Archivalien.»

Monika Burri
Legende: Der Kanton Nidwalden hat Monika Burri für gut vier Jahre angestellt. In dieser Zeit sichtet und katalogisiert sie 500 Meter an Archivmaterial. SRF / Silvan Fischer

Tagebuch einer Haushälterin

Die Nidwaldner Regierung erhofft sich vom Projekt einen wertvollen Einblick in die Geschichte des Kantons. Erste Sichtungen hätten gezeigt, dass sich etwa Gerichtsprotokolle zu Hexenverfolgungen oder Unterlagen zum Konflikt um die Kantonsgrenzen darunter befänden. Die Akten reichen zurück bis ins 16. Jahrhundert.

Monika Burri ist seit dem 1. Mai an der Arbeit und bereits selbst auf einige spannende Dokumente gestossen, wie sie sagt: «Da ist das Tagebuch der Haushälterin der Landammannfamilie Durrer-Zelger. Sie hat beinahe jeden Tag festgehalten, wie das Wetter war, wen die Familie zu Besuch hatte und was es zu essen gab. Solche Dokumente sind sensationell, die gibt’s nicht so häufig.»

Tagebuch
Legende: Das Tagebuch der Haushälterin der Landammannfamilie Durrer-Zelger aus dem Jahr 1911. SRF / Silvan Fischer

Stelle auf vier Jahre befristet

Im Gegensatz zu diesem Tagebuch seien viele andere Dokumente jedoch nur wenig bis gar nicht relevant. Diese würden nach der Sichtung vernichtet. «Dazu gehören die vielen Gesuche für Motorbootbewilligungen und Lernfahrausweise aus den 1950er-Jahren. Bei solchen Serien von gleichartigen Dokumenten behalten wir nur ein Muster.»

Emil Weber und Monika Burri
Legende: Monika Burri arbeitet unter der Leitung von Staatsarchivar Emil Weber (links). SRF / Silvan Fischer

Das Nidwaldner Parlament hat für die Stelle von Monika Burri einen ausserordentlichen Kredit bewilligt. Sie ist auf vier Jahre befristet – Ende 2024 sollen die Akten für die Nutzung zugänglich sein. Auf der Internetseite , Link öffnet in einem neuen Fensterdes Kantons wird regelmässig über interessante Archiv-Funde berichtet.

Regionaljournal Zentralschweiz, 27.07.2020, 17:30 Uhr;

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