Urner wollen ehrwürdiges Restaurant Teufelsbrücke «retten»

Seit einigen Jahren ist es geschlossen und trotzdem bewegt es aktuell die Gemüter der Einheimischen: Das Restaurant bei der gleichnamigen Brücke. Der jetzige Besitzer will es verkaufen und hat auch Angebote aus Russland bekommen. Jetzt schaltet sich eine Gruppe von Urnern ein.

Luftbild der Teufelsbrücke und des Restaurants Teufelsbrücke in Andermatt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Teufelsbrücke, Suworow-Denkmal und ein tosender Bach - das alles macht den Ort und das Restaurant attraktiv. Keystone

Das Restaurant Teufelsbrücke in der Schöllenenschlucht bei Andermatt ist beliebt bei Reisenden. Oder besser gesagt: Es war beliebt. Denn es hat den Betrieb vor längerer Zeit eingestellt. Jüngst wurde nun auch ein Inserat im Internet veröffentlicht: «Zu verkaufen: Restaurant Teufelsbrücke neben dem russischen Denkmal General Suworow»

Aktuell gehört das Restaurant einem Landwirt aus der Waadt. Er will die Liegenschaft für rund eine halbe Million Franken verkaufen. Dafür hat er Immobilien-Makler Alois Dähler engagiert. Dieser sagt: «Es haben sich bereits mehrere Interessenten gemeldet. Darunter auch solche aus Russland.» Das überrascht nicht, ist doch das Suworow-Denkmal so etwas wie ein Pilgerort für russische Touristen. Auch der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew stattete dem Denkmal einst einen Besuch ab (siehe Archivbeiträge unten).

Positive Signale des Besitzers

Eine Gruppe von Urnern will nun verhindern, dass das alt-ehrwürdige Restaurant Teufelsbrücke in ausländische Hände kommt, wie Recherchen von Radio SRF ergeben haben. Ausserdem soll eine neue Trägerstiftung gegründet werden, analog zu «Sasso San Gottardo», der alten Militär-Festung auf dem Gotthard.

Allen voran macht sich der Andermatter Christoph Gähwiler für die Idee stark. «Das Haus bei der Teufelsbrücke ist ein Stück Kulturgut für die Einheimischen», sagt Gähwiler. Erste Gespräche mit Privaten, der Korporation, dem Kanton und der Bank seien positiv verlaufen.

Die Zeichen stehen auch gut, dass die Urner Sympathisanten des Restaurants Teufelsbrücke den Zuschlag bekommen. Doch sie müssen in den nächsten Wochen die Finanzierung sicherstellen. Sonst, so droht Makler Alois Dähler, könnte der jetzige Besitzer die Geduld verlieren. Dähler sagt aber auch: «Es geht am Ende nicht ausschliesslich ums Geld. Grundsätzlich soll in Andermatt bleiben, was zu Andermatt gehört.»

Teil eines Ganzen

Auch Roger Nager, der Gemeindepräsident von Andermatt, unterstützt die private Initiative. Zusammen mit der lokalen Tourismus-Organisation und dem Kanton möchte er noch einen Schritt weiter gehen. «Mit dem Ausbau der Strasse in der Schöllenenschlucht ist auch ein neuer, separater Velo- und Wanderweg geplant. Dort wollen wir die Attraktionen, welche die Schlucht zu bieten hat, besser vermarkten», so Nager. Er denkt dabei zum Beispiel an einen Themenweg und neue Aussichtspunkte. Für die ganzen Pläne, inklusive Kauf des Restaurants Teufelsbrücke, rechnet Nager mit Investitionen von bis zu einer Million Franken.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr

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