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Wahlen im Kanton Zug Zentralschweizer Regierungen fast ohne Linke

Nach fast 100 Jahren verliert die Linke im Kanton Zug ihren Sitz in der Regierung. Ganz überraschend ist das nicht.

Legende: Video Im Kanton Zug verliert die Linke ihren Regierungssitz abspielen. Laufzeit 03:01 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 08.10.2018.

Die Enttäuschung stand ihnen ins Gesicht geschrieben, den Verlierern des gestrigen Wahlsonntags: Die Zuger Linke hat es nicht geschafft, den Sitz in der Regierung zu halten, der nach dem Rücktritt von Manuela Weichelt-Piccard (Grüne) freigeworden war. Die CVP holt sich einen zusätzlichen Sitz, und die Zuger Regierung wird – zur Enttäuschung der Linken – rein bürgerlich.

Barbara Gysel, Präsidentin der Zuger SP, bedauert das sehr. Ohne Linke in der Regierung gehe «die Vielfalt der politischen Meinungen verloren». Und auch der nicht gewählte Kandidat der Grünen, Andreas Hürlimann, kann es nicht verstehen, dass es in einer siebenköpfigen Regierung «keinen Platz für die Linke hat».

Nur noch ein Linker in Uri in der Regierung

Eine Kantonsregierung ohne Linke: Das ist ein Szenario, das es auch schon in anderen Kantonen gab. In Luzern flog die SP vor drei Jahren aus der Regierung, in Schwyz vor sechs Jahren. Und auch in Obwalden und Nidwalden sind weder die SP noch die Grünen im Regierungsrat vertreten. So ist der Urner Sozialdemokrat Dimitri Moretti der einzige verbliebene linke Regierungsrat der ganzen Zentralschweiz.

Diagramm Halbkreis mit Sitzanteilen.
Legende: Sitzanteile der linken (SP) und bürgerlichen Parteien in den Regierungsräten der Zentralschweizer Kantone. SRF

«Keine grosse linke Tradition in der Zentralschweiz»

Die Zentralschweiz war schon immer bürgerlich dominiert – und doch hatte es in den meisten Kantonen Platz für andere politische Meinungen. Für Politgeograf Michael Hermann von der Universität Zürich (Sotomo) gibt es verschiedene Gründe, warum die Linke aus den Regierungen verschwunden ist:

«In der Zentralschweiz hat die Linke keine grosse Tradition, auch die Gewerkschaften sind nicht sehr verwurzelt.» Zudem seien die Zentralschweizer Kantone in den letzten Jahren eher nach rechts gerückt. Dies zeige sich bei der Tiefsteuer-Strategie, die viele Zentralschweizer Kantone vollziehen. Laut Hermann rücke zudem der Gedanke der Konkordanz eher in den Hintergrund: «Früher waren die Parteien eher bereit als heute, im Sinne der ausgeglichenen Vertretung den anderen Parteien Sitze zu überlassen.»

Legende: Video Zentralschweizer Regierungen fast ohne Linke abspielen. Laufzeit 03:27 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 08.10.2018.
Legende: Video Beat Villiger im Zwiespalt abspielen. Laufzeit 08:24 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 08.10.2018.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Michel Koller (Mica)
    es ist schon erschreckend, was man so liest. Manche würden am Liebsten 25% der Schweizer/innen nicht mehr in den Regierungen vertreten haben und nennen dies dann "Heimat" oder "geliebte Schweiz", wo doch genau die Einbindung aller Menschen die Schweiz so erfolgreich gemacht hat. Die langfristige Konsequenz könnte verheerend sein.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Die Linken gehören eigentlich gar nicht in die Schweiz und ganz besonders nicht in unsere Gründerkantone! Sonst würden sie sicher bald behaupten, dass die Innerschweiz schon jetzt zur EU gehört.
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    1. Antwort von Ueli von Känel (uvk)
      Zum Glück gibt es nicht nur die Bürgerlichen, sondern auch die Linken.So ist eine einigermassen ausgeglichene Politik möglich. Und die viel geschmähten Linken helfen für mehr soziale Gerechtigkeit zu sorgen. Diese gehört zu den Pfeilern einer einigermassen gesunden Gesellschaft. M. Roe: Sie malen hier ein sehr einseitiges Bild einer Eidgenossenschaft, vor der mir grauen würde: Tendenz: Abschottung der Schweiz; Schwarz-Weiss-Denken ohne nationale Vielfalt: Wie einseitig und äusserst langweilig!
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  • Kommentar von Hanspeter Flueckiger (Hpf)
    und der Zentralschweiz geht es nicht schlechter als anderen Regionen
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