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Legende: Video FOKUS: Widerstand gegen Airbnb abspielen. Laufzeit 08:09 Minuten.
Aus 10vor10 vom 06.08.2019.
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Zerstörung von Wohnraum Politiker fordern Begrenzung von Airbnb-Angeboten in Luzern

In der Stadt Luzern gibt es immer mehr professionelle Anbieter von Ferienwohnungen.

Die professionellen Anbieter von Ferienwohnungen auf Online-Plattformen wie Airbnb in Luzern sind der SP und dem Mieterverband ein Dorn im Auge. Sie machen Steuerausfälle und die Zerstörung von Wohnraum in der Stadt geltend und fordern die Politik zum Handeln auf.

330 Stadt-Wohnungen auf Airbnb

Die beiden SP-Politiker, Kantonsrat David Roth und Grossstadtrat Cyrill Studer Korevaar, beleuchten in einem Bericht die Auswirkungen von Ferienwohnungsanbieter wie Airbnb. Hier habe längst ein Wandel stattgefunden weg von der Sharing-Economy zu einem neuen Geschäftsmodell, sagte Roth am Dienstag an einer Medienorientierung.

Die Entwicklung passiert rasend schnell. Man muss jetzt regulieren, sonst kommt man zu spät.
Autor: David RothSP-Kantonsrat Luzern

Gemäss dem Bericht gibt es in der Stadt Luzern rund 330 Wohnungen, die als gesamtes Objekt auf Airbnb vermietet werden. Die beiden Autoren werten dies als Hinweis auf eine professionelle Vermietung. Nur ganz wenige Wohnungen würden bloss zu Ferienzeiten vermietet, über die Hälfte der Angebote würden von professionellen Agenturen vermarktet.

«Exorbitante Rendite»

Als Beispiel zeigten die beiden SP-Politiker ein Haus im Neustadtquartier. In dem mehrstöckigen Gebäude tragen von den 21 Klingelschildern nur gerade drei einen Familienname. Die anderen tragen Namen wie Matterhorn Deluxe, Jungfrau oder Mozart II. Koffern stehen in den Gängen, Putzpersonal ist an der Arbeit.

Während das besagte Haus einem Anlagefonds gehört, bewirtschaftet eine Firma die Ferienwohnungen. Für die Nacht müsse man 630 Franken für die 4,5-Zimmer-Wohnung bezahlen, sagte Roth. Das Objekt sei bis vor wenigen Jahren auf dem Mietermarkt gewesen - für 1800 Franken im Monat.

Diese 4-Zimmerwohnung kostet über 600 Franken pro Nacht, das ergibt im Monat über 10 000 Franken.
Autor: Cyrill Studer KorevaarGeschäftsleiter Mieterinnen- und Mieterverband

Cyrill Studer Korevaar, Geschäftsleiter des Mieterverbands Luzern, Nidwalden, Obwalden und Uri, bemängelt, dass dadurch das Mietrecht ausgehebelt werde und «exorbitante Renditen» möglich würden.

Sorge um Quartier-Identität

Alleine in der Stadt verschwinde dadurch Wohnraum für rund 630 Personen, die Steuerausfälle für Stadt und Kanton werden in der Studie mit über 3 Millionen Franken angegeben. Die Stadtregierung hatte im Juni festgehalten, es lägen keine Hinweise vor, das die Entwicklung der Beherbergungsangebote negative Effekte für die Steuereinnahmen von natürlichen Personen habe.

Roth wies darauf hin, dass im Falle von professioneller Vermietung durch Firmen Unternehmenssteuern anfallen, die allerdings tiefer seien als jene von natürlichen Personen. Zudem würden die Mieten steigen, seien weniger Wohnungen verfügbar und es leide die Quartier-Identität.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Belustigend wie die Herren Roth und Korevaar hier SP Wahlkampf betreiben. Der Leerwohnungsbestand im Kanto steigt übrigens laufend. Offenbar ist knapper Wohnraum nur ein wirklich örtliches Problem an Hot Spots, wo sich die Interessen der Generation Gratis sozusagen überschneiden - die einen von irgendwoher und die anderen hausgemacht! Luzern ist nicht Barcelona und wer eine billige Bleibe sucht, kann sie ohne Problem im nördlchen Luzern finden und mit dem ÖV in die Kernstadt fahren!
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
    Ich kann meine Wohnung vermieten an wen ich will und zu dem Preis ich will. So einfach das. Denn unsere Bundesverfassung garantiert uns eine Marktwirtschaftliche Wirtschaftsordnung (Art. 94) und den Schutz unseres Eigentums (Art. 26). Scheinbar will die SP beides abschaffen. Übrigens: Es braucht mittlerweile exorbitante Renditen, um die exorbitanten Kosten der von Links-Grün geführten Sozialindustrie zu bezahlen.
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  • Kommentar von H. Berger  (wedemeinsch)
    Es wird über Mietrechts-Änderungen nachgedacht, dass die Untermiete einfacher wird und dass der Vermieter praktisch nichts mehr dagegen unternehmen kann. Diese Forderung kommt übrigens auch von links, weil ja der Mieter generell mehr Rechte haben soll. Ja - was den nun, liebe linke Politiker?
    Vereinfachte Untermiete, welche sich sofort auf Airbnb durchschlägt und auch „normalen“ Mieter hilft, mit fremdem Eigentum Geld zu verdienen, oder den Vermietern weiterhin Rechtsmittel dagegen zu lassen?
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    1. Antwort von Fabian Malovini  (MLaw, Rechtsanwalt)
      @wedemeinsch: wer sagt denn, dass es mieter/innen sind, die ihre wohnung auf airbnb anbieten? ich bin mir sicher, dass es fast ausschliesslich die eigentümer/innen selber sind. mieter/innen müssen eine übermässige rendite aus untervermietung abgeben, so dass sie nichts davon haben. dass die sp oder eine andere (linke) partei diesbezüglich eine gesetzesänderung fordert, hab ich noch nie gehört.
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    2. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      @F. Malovini
      Belustigend wirkt die Tatsache, dass die Liegenschaft in der die Herren Roth und Korevaar auftreten, tatsächlich untervermietet ist! Die entsprechende Stiftung/der Besitzer plant gegen die Mieter vorzugehen! Offenbar sind nicht einmal im vorgebrachten Beispiel die Besitzer die Bösen ... sondern die Mieter - obwohl sie das Gegenteil behaupten! Auch in Zürich gibt es Fälle in denen Kleinwohnungn von den Mietern auf Airbnb mit horrenden Gewinnen weitervermietet wurden!
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    3. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      @F. Malovini
      Im oben gezeigten Beispiel scheint dies jedenfalls so zu sein. Die Besitzerin dieses Objektes ist eine Stiftung, die diese Wohnungen vermietet hat. Der oder die Mieter haben die Wohnungen offenbar in Eigenregie Airbnb angeboten. Es handelt sich dabei offensichtlich um kommerzielle Mieter, nichtsdesotweniger stützen diese sich aber auf das Mietrecht. Die Problematik ist, dass es für den Vermieter relativ schwierig ist, dagegen vorzugehen. Die Stadt ZH hat das schon erfahren.
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