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Legende: Audio Fabian Weber: «Luzern ist nicht mit Barcelona vergleichbar.» abspielen. Laufzeit 03:37 Minuten.
03:37 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 01.05.2019.
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Zu viele Touristen in Luzern? «Es ist eine subjektive Wahrnehmung, wann es zu viel ist»

Täglich besuchen 26'000 Touristen die Stadt Luzern. Ist das zu viel für die Infrastruktur und die Bevölkerung?

Luzern ist eine Touristenhochburg. Gemäss der Hochschule Luzern besuchen rund 9,4 Millionen Touristen die Stadt Luzern. Das sind pro Tag immerhin 26'000 Leute. Sind das zu viel und wann ist viel, zu viel?

Mit diesen und andern Fragen beschäftigt sich Fabian Weber, Dozent am Institut für Tourismuswirtschaft der Hochschule Luzern. Zurzeit arbeitet er an einer Studie mit, die aufzeigen will, wie Overtourism messbar ist. Die Studie wird aktuell am Welttourismus-Forum in Luzern diskutiert.

SRF News: 26'000 Touristen besuchen jedes Jahr die Stadt Luzern. Ist Luzern infiziert vom sogenannten Overtourism?

Fabian Weber: Ob der Tourismus zu viel ist, ob Overtourism herrscht ist eine sehr subjektive Wahrnehmung. Man redet von Overtourism, wenn gewisse Kapazitäten überschritten sind. Das kann die Kapazität der Infrastruktur sein, aber auch die Wahrnehmung oder die Akzeptanz in der Bevölkerung sein. Es kann sehr unterschiedlich sein, ob man es als zu viel empfindet oder nicht.

In Barcelona wehrte sich die Bevölkerung gegen den Tourismus. Luzern ist da aber noch weit entfernt von solchen Zuständen?

Ich glaube Luzern hat eine ganz andere Ausgangslage und noch ein anderes Ausmass des Tourismus. Der Unmut in der Bevölkerung ist nicht vergleichbar. Trotzdem gibt es Diskussionen und man nimmt wahr, dass es für einige ein Problem ist. In Luzern ist auch nicht die ganze Stadt betroffen. Er ist räumlich sehr konzentriert mit gewissen zeitlichen Spitzen.

Gibt es Massnahmen, die man ergreifen kann, wenn man feststellt, dass es zu viel Tourismus an einem Ort gibt?

Auf einer generellen Ebene gibt es viele bekannte Strategien wie eine zeitlich und räumlich bessere Verteilung, andere Saisons aufzuwerten oder neue Gästesegmente anzusprechen. Aber auch diese Strategien sind mit vielen Fragen verbunden: Ist es sogar ein Vorteil, wenn eine gewisse Konzentration stattfindet? Letztlich muss aber jede Destination die Situation analysieren und die erwünschten Massnahmen ergreifen.

Das Gespräch führte Philippe Weizenegger.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    Und kommen im nächsten Jahr nur noch 5 Millionen Touristen nach Luzern ist das auch wieder eine "Katastrophe". Dann jammert die ganze Tourismusbranche und die ganze Schweiz muss herhalten um Schweiz Tourismus zu alimentieren. Was wollen wir denn? Aus der Sicht der eTouristen sind wir in unserem Disneyland, Heidi-Exoten in bizarren Bergen. Absolut sehenswert!
    Also freuen wir uns daran und stellen die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung. Die bezahlen ja schliesslich teuer dafür!
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (jolanda)
    Das ist nur der Anfang einer noch viel grösseren Tourismuswelle: Viele Menschen in China, Indien Japan und orientalischen Oelförder-Länder werden immer "reicher" und können (wollen) sich lukrative Ferien/Reisewochen durch Europa leisten! Immer mehr Flugzeuge in der Luft, Reisecars auf den Strassen und überfüllte Gassen oder Bergbahnen in Städten oder Natur- und Ausflugs-Destinationen! So wie wir Europäer seit Jahren in Spanien, auf den Kanaren oder in Italien zu Tausenden herumreisen!
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  • Kommentar von Hanspeter Müller (HPMüller)
    Da beschönigt der Herr Weber aber ziemlich.Auch wenn die Touristen nur "räumlich sehr konzentriert mit gewissen zeitlichen Spitzen" auftreten wirken sie sich auf die ganze Stadt und tagtäglich aus.Der Rückstau durch die Cars beschränkt sich nicht auf den Löwenplatz,sondern beeinträchtigt die ganze Stadt und dass es nur noch Uhren-Schokoladen und Souvenirshops gibt ist auch nicht zeitlich limitiert.Und die überfütterten Schwäne und Tauben hören auch nicht auf zu koten,wenn die Touristen abziehen
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