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Zum 14. Mal Neugeborenes ins Babyfenster Einsiedeln gelegt

Legende: Audio «Die Situation war speziell: Die Plazenta war noch mit dem Kind verbunden», Spitalsprecherin Mirjam Panzer. abspielen. Laufzeit 01:54 Minuten.
01:54 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 27.08.2018.

Am Sonntagmittag wurde im Spital Einsiedeln ein gesundes Neugeborenes ins Babyfenster gelegt. Das Mädchen ist am selben Tag zur Welt gekommen und bleibt vorläufig für weitere medizinische Abklärungen im Spital. Die Kindes- und Erwachsenen-Schutzbehörde Ausserschwyz (KESB) in Pfäffikon wurde umgehend informiert, wie das Spital Einsiedeln mitteilt.

Ein Vormund übernehme nun die Rechte und Pflichten, wie sie im üblichen Fall den Eltern eines Kindes obliegen. Insbesondere werde darauf geachtet, dass die Privatsphären des Babys und der Mutter gewahrt bleiben.

Fast die Hälfte der Eltern meldeten sich

Die Mutter des Kindes kann sich bei der KESB Ausserschwyz oder der Stiftung Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind (SHMK) melden, um einen Kontakt zum Kind herzustellen. Es wird ihr absolute Diskretion und unbürokratische Hilfestellung zugesichert, um für Sie und das Kind die beste Lösung zu finden.

Das Babyfenster in Einsiedeln gibt es seit 2001 – es ist das älteste der Schweiz. Es ist das vierzehnte Mal, dass ein Neugeborenes anonym in die Einsiedler Babyklappe gelegt worden ist. Letztmals geschah dies im Juli 2016.

In den letzten siebzehn Jahren hätten sich in fast der Hälfte der Fälle die Eltern im Nachhinein doch noch gemeldet, teilte die KESB Ausserschwyz auf Anfrage von Radio SRF mit.

Babyklappen in der Schweiz

Blick ins Babyfenster des Spitals Einsiedeln
Legende:Keystone

Das Babyfenster in Einsiedeln ist ein gemeinsames Projekt des Spitals Einsiedeln und der Stiftung Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind (SHMK). Die SHMK bietet Beratung und Direkthilfe an Frauen, Paare und Familien an, die durch Schwangerschaft oder Geburt eines Kindes in Not geraten. Das Babyfenster soll helfen zu verhindern, dass Kinder ausgesetzt oder getötet werden.

Die Mutter oder der Vater des Kindes haben das Recht, bis zum Vollzug der Adoption das Kind zurückzufordern. Eine Adoption ist nach einem Jahr Pflege und Erziehung durch die künftigen Eltern möglich.

Schweizweit gibt es insgesamt sieben Babyfenster , Link öffnet in einem neuen Fenster- sechs der SHMK in Basel, Bellinzona, Bern, Davos, Einsiedeln und Olten sowie jenes des Spitals im zürcherischen Zollikon.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
    Ich habe ehrlich gesagt ein wenig Mühe mit dieser Babyklappen «Lösung», und nicht nur mit dieser. Was ist wenn das Kind irgendwann mal erfährt, dass es in einer Baby Klappe abgelegt wurde? Keiner hier kann nachvollziehen was da in einem vorgeht und wie (oder ob) man damit zurechtkommt. Gleiches gilt für den Vater, wenn er nicht im Bild ist und eventuell später davon erfährt.
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  • Kommentar von Hans Klein (HansKlein)
    Was ist das nur für eine Gesellschaft, in der eine Mutter sich gezwungen sehen kann, sich von ihrem Kind zu trennen, weil sie nicht auf die Unterstützung dieser Gesellschaft im familiären Umfeld wie darüber hinaus rechnen kann? Dass dies ausgerechnet im tiefkatholischen Einsiedeln geschieht, sollte die Katholiken vielleicht einmal darüber nachdenken lassen, was Christus selbst wohl getan hätte, wenn er einer jungen Mutter in der Situation begegnet wäre? Sie an eine "Klappe" verwiesen…?
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  • Kommentar von Stephanie von Walterskirchen (SVW)
    Ich habe grossen Respekt vor dieser Mutter. Es braucht viel Mut nicht abzutreiben. Es braucht viel Kraft sein Baby in eine Babyklappe zu legen mit der Plazenta. Die Mutter hat dem Kind Leben geschenkt. Sie hat das Recht auf Leben geachtet. Vielleicht kann der Mutter (Familie) Mut zugesprochen werden, sie an der Sorge um das Kind nicht allein gelassen, sich meldet dort wo das Kind nun umsorgt wird. Ich wünsche allen Beteiligten viel innere Kraft, Hingabe und Sorge für das kostbare neue Leben.
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