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60 Jahre SAFFA «Grossartig, was Frauen alles fertiggebracht haben»

Die 98-jährige Maria Krebs nähte 1958 an der grossen Werkschau der Frauen Rosshaarmatratzen. Ihrem Geschäft gab dies Schub.

Maria Krebs in der Eingangstüre ihres Ladens
Legende: Ein Leben ohne Arbeit kann sich Maria Krebs nicht vorstellen. SRF

In Zürich kennt fast jeder die Saffa-Insel bei der Landiwiese. Doch viele haben keine Ahnung mehr, was der Name bedeutet. SAFFA steht für Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit. 1958 fand sie erst zum zweiten Mal statt und zog über zwei Millionen Besucherinnen und Besucher an. Die kleine Insel im Zürichsee wurde extra für diesen Anlass aufgeschüttet.

Legende: Video Die Eröffnung der SAFFA 1958 in der Schweizerischen Wochenschau. abspielen. Laufzeit 04:46 Minuten.
Aus News-Clip vom 12.09.2018.

Eine der Frauen, die an der SAFFA 1958 ihre Arbeit präsentieren konnten, war die damals 38-jährige Matratzennäherin Maria Krebs. Sie führte zusammen mit einer Freundin in Zürich einen kleinen Laden für Innendekoration. Dort steht sie auch heute – 60 Jahre später – noch jeden Tag hinter der Ladentheke und näht für ihre Kundinnen und Kunden Matratzen, Kissen und Vorhänge.

Maria Krebs hinter dem Ladentisch auf dem ein Meter, ihre Brille, stoffe und Fadenspulen liegen.
Legende: Auch mit 98 Jahren steht sie täglich im Geschäft: Maria Krebs. SRF

Zwei Frauen als Geschäftsinhaberinnen: 1958 war das aussergewöhnlich. Geld für den Start bekamen sie von den Banken keines. Als alleinerziehende Mutter hatte Maria Krebs alle Hände voll damit zu tun, um ihre zwei Kinder zu versorgen und ihnen eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Dass ihr das gelang, ist auch heute noch ihr grösster Stolz.

Das Jubiläum auf der Saffa-Insel

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Die Saffa-Insel anno 1958 aus der Vogelperspektive
Legende:Keystone

Zum 60-jährigen Jubiläum der SAFFA 1958 hat der Verein «créatrices.ch - Frauen gestalten die Schweiz» auf der Saffa-Insel einen Pavillon aufgestellt. Dort finden vom 13. bis 29. September zahlreiche Veranstaltungen, Link öffnet in einem neuen Fenster statt.

Die SAFFA war für Maria Krebs und ihren Laden beste Werbung. «Es bedeutete für uns einen geschäftlichen Aufschwung», erinnert sie sich. Die Ausstellung sei grossartig gewesen. Sie habe gezeigt, was Frauen in der Schweiz alles fertig gebracht hatten.

Wir konnten ja nicht rebellieren.
Autor: Maria KrebsMatratzennäherin

Viele Frauen wurden durch die SAFFA 1958 politisiert und in ihrem Kampf für das Frauenstimmrecht bestärkt. Für Maria Krebs war Politik allerdings kein Thema: «Wir waren schon für das Frauenstimmrecht – aber wir konnten ja nicht rebellieren», stellt sie fest.

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