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Abstimmung Stadt Zürich Der dritte Anlauf für ein Fussballstadion

Sollen der FCZ und GC auf dem Hardturm-Areal eine neue Heimat erhalten? Das Streitgespräch über die Stadionfrage.

Legende: Audio Jacqueline Badran (SP-Nationalrätin) und Severin Pflüger (FDP-Präsident) im Streitgespräch. abspielen. Laufzeit 15:40 Minuten.
15:40 min

Die Zürcher Stadionfrage ist ein beinahe endloses Thema. Seit nunmehr 15 Jahren beschäftigt sie die Politik, den Sport, die Bevölkerung.

Die beiden ersten Projekte für ein neues Stadion auf dem Hardturm-Areal scheiterten am Widerstand aus der Bevölkerung und an der Urne. Und auch der dritte Anlauf ist einer mit Stolpersteinen.

Die Stadt Zürich und ihre Stadionpläne: Was bisher geschah

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  • 2004: Das Stimmvolk sagt Ja zum Pentagon-Stadion. Das Projekt der Credit Suisse verzögert sich aber wegen Rekursen. Anwohner bekämpfen den Schattenwurf, der VCS Zürich wehrt sich gegen die Mantelnutzung, ein Einkaufszentrum unter dem Stadion.
  • 2008: Die Europameisterschaftsspiele finden im erneuerten Letzigrund-Stadion statt, weil das Hardturmprojekt durch Einsprachen blockiert ist.
  • 2009: Die CS lässt ihr Projekt fallen, weil kein Ende des Rechtsstreits in Sicht ist. Die Stadt Zürich kauft das Areal und will dort nun selber ein Stadion bauen.
  • 2010: Die Stadt Zürich stellt ihr Projekt vor. Das Stadion soll deutlich kleiner werden. Daneben soll es auch noch Platz geben für eine Genossenschaftssiedlung. Für Diskussionen sorgen die Kosten von 216 Millionen Franken.
  • 2013: Die Stimmberechtigten lehnen das städtische Projekt knapp ab.
  • 2016: Die Stadt präsentiert das Projekt «Ensemble». Es wird finanziert vom Bauunternehmen HRS. Neben dem Stadion entstehen zwei Wohn- und Geschäftstürme, aber auch gemeinnützige Wohnungen.
  • 2018: Auch gegen dieses neue Projekt formiert sich Widerstand. Und die SP lanciert quasi in letzter Minute eine eigene Initiative für ein neues Fussballstadion.

Das Stadionprojekt im Detail

Das Projekt «Ensemble» der Investoren HRS, Immobiliengefässe der Credit Suisse sowie Allgemeine Baugenossenschaft Zürich (ABZ) sieht ein Stadion für rund 18'000 Zuschauer vor, 174 Genossenschaftswohnungen und zwei Wohn- und Bürotürme mit rund 600 Wohnungen. Die gesamten Investitionen betragen rund 570 Millionen Franken.
Der Investor will mit den Wohntürmen das Stadion querfinanzieren. Dadurch müsste sich die Stadt weder am Bau noch am Betrieb finanziell beteiligen. Sie unterstützt das Projekt aber trotzdem. Mit einem reduzierten Baurechtszins verzichtet auf jährlich maximal 1,7 Millionen Franken. Läuft alles nach Plan, soll das Stadion 2022 fertig sein. Die Hochhäuser und der gemeinnützige Wohnungsbau würden etappiert ab 2023 fertiggestellt.

Pro und Contra

Die Parteien sind gespalten - teilweise sogar intern: Es haben sich verschiedene Komitees gebildet, beispielsweise ein bürgerliches Nein- und ein linkes Ja-Komitee.
Die Gegner fragen sich unter anderem, ob Zürich neben dem Letzigrund unbedingt ein zweites Stadion braucht und kritisieren die Höhe der Türme. Die Befürworter, darunter auch der Zürcher Stadtrat, sehen die Vorlage als letzte Chance für ein richtiges Fussballstadion in der Stadt, das für die Clubs finanziell überlebenswichtig sei.

Die SP will städtisches Stadion

Die SP geht einen ganz eigenen Weg und hat eine Initiative für ein von der Stadt finanziertes Stadion ohne Hochhäuser eingereicht. Die Partei kritisiert, dass das Projekt «Ensemble» zu wenig bezahlbare Wohnungen beinhalte und und dass es für die Stadt viel teurer komme als behauptet.

Parolen zur Stadionabstimmung

Ja: FDP, SVP, GLP BDP, EVP

Nein: SP, Grüne

Stimmfreigabe: AL

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1 Kommentar

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Zürich braucht Wohnungen, genossenschaftliche, viele, viele. Grünflachen, sehr viele, da unsere Städte im Binnenland Schweiz die zunehmenden Temperaturanstiege sehr stark zu spüren bekommen werden. Die Menschen hier brauchen kein globalisiertes Kapital, dass sich hier im Luxuswohnungsmarkt allozieren will und den Wohnungsmarkt dermaßen verzerrt, dass ein Wohnen für alle Normalsterblichen kaum mehr möglich sein wird. NEIN, Danke. Baut doch Euer Fußballfeld auf einem der vielen Golfplätze.
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