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Zürich Schaffhausen Brandgefährliche «Better Shelter»: Die AOZ ist sie los

Die Asylorganisation der Stadt Zürich (AOZ) ist ihre 62 Fertighäuser, die sogenannten «Better Shelter» los. Zuvor waren die temporären Unterkünfte in einem Brandtest durchgefallen. Nun haben sich AOZ und die Herstellerin geeinigt.

AOZ-Direktor Thomas Kunz lehnt sich an ein Stockbett in einem der improvisierten Wohnhäuschen für Asylsuchende in Zürich-Oerlikon.
Legende: AOZ-Direktor Thomas Kunz ist nach «langwierigen» Verhandlungen die ungenutzten «Better Shelter» los. Keystone

Mitte Dezember 2015 stand alles bereit in der ehemaligen Messehalle in Zürich-Oerlikon. Ab Januar sollten 250 Asylsuchende dort untergebracht werden, die Halle wurde dafür mit 62 «Better Shelter»-Häuschen ausgestattet.

Ein parallel dazu durchgeführter Brandtest der kantonalen Gebäudeversicherung zeigte jedoch, dass die temporären Unterkünfte den hiesigen Anforderungen an Sicherheit nicht stand halten. Das eigentliche Problem: Die «Better Shelter» sind für den Ausseneinsatz gedacht, brennen sie in einer Halle, hätten Bewohner keine Chance zu Entkommen.

Schnell musste eine Alternative her: Ein lokaler Holzbauer fertigte aus Spanplatten neue Häuschen an. Der Bezug per Januar konnte so sichergestellt werden. Nur, wohin nun mit den bereits erworbenen Unterkünften von «Better Shelter»?

Häuschen los und auch das Geld zurückerstattet

Nach langwierigen Verhandlungen ist nun eine Lösung gefunden, teilt AOZ-Direktor Thomas Kunz auf Anfrage des «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» mit. «Better Shelter» nimmt alle 62 Unterkünfte zurück. Die rund 100'000 Franken, die sie gekostet haben, wurden der AOZ ebenfalls erstattet.

Thomas Kunz sagt: «Der Hersteller hat sich schliesslich kulant gezeigt und uns die vollen Kosten zurückerstattet.» Darüber sei man natürlich froh. Mindestens finanziell endet der Fehlkauf also in einem Nullsummenspiel. Übrig bleibe nur der zusätzliche Arbeitsaufwand, den die AOZ habe leisten müssen.

«Better Shelter» und IKEA

Im Volksmund und in den Medien wurden die Unterkünfte von «Better Shelter» «IKEA-Häuschen» genannt, obwohl IKEA nicht direkt in die Produktion involviert ist. Die schwedische IKEA Foundation unterstützt jedoch das Projekt der NGO «Better Shelter» finanziell und mit technischem Know-How.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Käppeli (thkaepp)
    Gleiches gilt auch für Guatemala Franz NANNI :-) Naheliegender jedoch, würde die Stadt Zürich die Häuschen übernehmen und ihren Obdachlosen Schweizern zur Verfügung stellen. Pfarrer Sieber hätte sicher auch Verwendung dafür. Im Freien aufgestellt, scheinen sie ja den Brandschutzanforderungen zu genügen. Noch eine Anmerkung für Michel Koller. Für unzählige Menschen auf Erden wäre ein solches Häuschen Luxus, im Vergleich zu den „brandgefährdeten“ Verschlägen in den Slums unserer Weltstädte.
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    1. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Haben Sie gesehen, wie schnell das Ding in Flammen aufgeht? Da hause ich lieber in einer Höhle und ja... musste ich auch schon. Die Probleme mit den Slums sind natürlich existent aber da ist es nicht hilfreich mit untauglichen Lösungen zu hantieren. Wir hätten weltweit genügend Geld um Jedem Obdach und genug Nahrung zu gewährleisten aber wir tun es nicht. Daher sollten wir nicht auch noch gefährlichen Abfall dahin verschieben.
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    2. Antwort von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
      Komische Einstellung, Michel Koller... Ist etwa so wie bei den Lebensmitteln. Wenn sie einen Tag über dem Ablaufdatum sind, werfen sie diese weg, weil ungeniessbar, oder? Gehen sie mal in ein wirklich armes Land.Ich glaube kaum, dass sie jemals Armut Auge in Auge gesehen haben.
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    3. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Ich war schon in einigen sehr armen Ländern und habe nicht nur Armut gesehen, sondern auch den Tod, Krieg und Leid. Nichtsdestotrotz quartiere ich keine Menschen in Hütten ein, welche innerhalb weniger Minuten in Vollbrand stehen. Schon mal eine verkohlte Kinderleiche gesehen und gerochen?
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Andernorts werden die Haeuser mit Handkuss angenommen, schickt sie nach SA... ich habe dafuer 1000de Abnehmer!!!
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    1. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Übernehmen Sie auch die Verantwortung, wenn die Menschen darin sterben oder geben Sie die Verantwortung ab, sobald das Geld übergeben wird?
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    2. Antwort von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
      Herr Koller, ich teile die Meinung von F.Nanni zu 100%.Unsere Gesellschaft hier verkommt zu einer Angsthasentruppe mit dem Hang, jeden für irgend einen Mist zur Verantwortung ziehen zu wollen. Wir leiden an einer Überregulierung.Gerade die Gebäudeversicherungen haben mit ihren teilweise sinnlosen Vorschriften den Hang zur Übertreibung.Das Problem wäre einfach zu lösen gewesen: Rauchverbotsschilder am Eingang & in den Häuschen! Sooo einfach wäre doch die Welt,nur wir machen ein Riesentheater!
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