Der Kanton Zürich mahnt: Lehrstellen nicht zu früh vergeben

Rund 12'000 Jugendliche beginnen im Kanton Zürich jährlich eine Berufslehre. Und sie müssen sich zum Teil bereits ein Jahr vor dem Lehrbeginn für eine Stelle entscheiden. Das ist zu früh, warnt nun der Kanton Zürich. Denn damit steige das Risiko für Fehlentscheidungen und Lehrabbrüche.

Ein Junge stützt den Kopf auf die Hand, im Vordergrund eine Maschine mit Zahnrädern. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gute Lehrlinge sind begehrt: An der Lehrstellenmesse buhlen Firmen um ihre Wunschkandidaten. Keystone

Es ist ein entscheidender Schritt im Leben eines Teenagers: der Übertritt von der Schule in die Lehre. Die Jugendlichen werden dabei in der Schule unterstützt - und jetzt präsentiert auch der Kanton Zürich Empfehlungen für eine erfolgreiche Lehrstellensuche.

Risiko für Fehlentscheide

Der Kanton plädiert vor allem für eines: Die Jugendlichen sollen sich Zeit lassen mit der Lehrstellensuche. «Die Firmen vergeben die Lehrstellen seit einigen Jahren viel zu früh - teilweise über ein Jahr vor Lehrbeginn», schreibt der Kanton in der Mitteilung.

Mit Folgen: Die Berufswahl ist in diesem Fall weniger solid und es besteht die Gefahr, dass sich die Jugendlichen für eine Lehre entscheiden, die sie später abbrechen. «Das ist dann mit Kosten, Ärger und einer Belastung für alle Beteiligten verbunden», sagt Marc Kummer, Amtschef des Zürcher Mittelschul- und Berufsbildungsamtes, im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Weil daran auch die Lehrbetriebe kein Interesse haben, fordert die Bildungsdirektion des Kantons Zürich gemeinsam mit Vertretern der Wirtschaft: «Die Rekrutierung von Lernenden soll erst in der 3. Sekundar-Klasse erfolgen.» Denn: «Ein entschleunigter Berufswahlprozess zahlt sich für alle aus.»