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750 statt 400 Meter Der Weg zur nächsten Bushaltestelle wird länger im Kanton Zürich

Mit einem Trick hat der Zürcher Kantonsrat die Gebiete, die neu an den öffentlichen Verkehr angeschlossen werden müssen, reduziert. Statt bisher 95 sind es nur noch 38. Die ÖV-Benutzer müssen weiter zu Fuss gehen – der Kanton spart Geld.

Eine Landstrasse zwischen grünen Wiesen mit einer Bushaltestelle
Legende: Eine Bushaltestelle auf dem Land. Die bereits Bestehenden sind nicht betroffen. ZVG ZVV

Verstecktes Fitnessprogramm – Einladung zum Autofahren – oder sinnvolle Massnahme? Wer im Kanton Zürich wohnt, muss damit rechnen, in Zukunft weiter bis zur Bus- oder S-Bahnhaltestelle gehen zu müssen als bisher. Die nächste Haltestelle darf künftig 750 Meter entfernt sein statt wie bisher 400 Meter. Dies hat der Kantonsrat mit 166 zu 50 Stimmen entschieden.

Der Kanton spart rund 20 Millionen Franken. Das Geld können wir dort einsetzen, wo es Sinn macht.
Autor: Carmen Walker SpähZürcher Regierungsrätin

Bei der Feinerschliessung des öffentlichen Verkehrs hätten heute 95 neue Gebiete im Kanton Zürich Anspruch auf eine bessere Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Mit der angepassten Verordnung würde die Zahl auf 38 sinken.So kann der Kanton 20 Millionen Franken sparen.

Ein starker ÖV nützt allen: Der Bevölkerung, der Wirtschaft, den Autofahrern und dem Klima.
Autor: Thomas ForrerGrüner Kantonsrat

Das mache Sinn, fand die zuständige Regierungsrätin. Die Linke stemmte sich vergeblich gegen das Ansinnen. Auch Randregionen hätten ein Recht auf gute ÖV-Verbindungen, sagte etwa Thomas Forrer. Zudem profitierten nicht nur die Passagiere von einem ausgedehnten öffentlichen Verkehr, sondern alle, inklusive Klima. Doch die Argumente der Linken hatten keine Chance.

Existierende Bushaltestellen nicht gefährdet

Hintergrund der neuen Regeln für den öffentlichen Verkehr war ein Grundsatzentscheid: 2014 war beschlossen worden, dass langfristig bei der Entwicklung des öffentlichen Verkehrs neue Gebiete keinen Vorrang haben sollen. Wichtiger sei die Beseitigung von heutigen Engpässen.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Ruedi Lais (Ruedi Lais)
    @gurzeler. Es geht um Linien, welche auch nach Ablauf der Übergangsfrist des Behindertengleichstellungsgesetzes im Frühling 2018 nicht behindertengerecht umgebaut werden müssen. Also um einfache Bushaltestellen in Aussenquartieren von Landgemeinden. Mit der Rollstuhl-Problematik hat der heutige Entscheid also nichts zu tun.
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    1. Antwort von Beat Gurzeler (B.Gurzeler)
      @ Lais: Warum spricht man sogar in der Stadt Winterthur von Abbau der Haltestellen. Vermutlich kommt dies von einem gesunden Menschen ohne Rollstuhl Erfahrung, ich aber schon also weis ich von was ich spreche, alles klar guter Mann.
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  • Kommentar von Beat Gurzeler (B.Gurzeler)
    Ich stelle einen Antrag jedem Regierungsrat und dem Kantonsrat , jedem der Personen einen Rollstuhl zur Verfügung zu stellen , das Sie sich selber ein Urteil zu bilden wegen dem menschenverachteten Entscheid der gefällt wurde.
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