Zum Inhalt springen
Inhalt

Zürich Schaffhausen Doppelmord Zollikon: Freispruch oder 20 Jahre Haft?

Vor dem Bezirksgericht Meilen steht ein heute 32-jähriger Mann. Er wird beschuldigt, seine Eltern brutal umgebracht zu haben. Vor Gericht gab der Mann keine Auskunft zur Tat, berichtete aber von seiner schweren Kindheit und Jugend, die geprägt gewesen seien von Konflikten mit den Eltern.

Die Staatsanwältin hat vor dem Bezirksgericht Meilen für einen Mann eine Freiheitsstrafe von 20 Jahren für den Mord an seinen Eltern gefordert. Die Tat sei «skrupellos, grausam und verwerflich» gewesen. Zudem forderte sie eine stationäre Behandlung des Beschuldigten.

Wohnblock in Zollikon
Legende: Der Doppelmord geschah im Elternhaus des Angeklagten in Zollikon. Keystone

Die Verteidigung plädiert auf Freispruch. Der Beschuldigte sei schuldunfähig. Die Eltern trügen zudem eine Mitverantwortung für die «Gefühlsexplosion ihres Sohnes.» Würde der Angeklagte schuldig gesprochen, solle er wegen fahrlässiger Tötung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt werden.

Das Urteil wird bis spätestens Mitte Juli erwartet.

Vorgeschichte und Prozess

Der Doppelmord geschah Mitte Oktober 2014 im Elternhaus des Angeklagten. Gemäss Anklageschrift stach er zuerst 17 Mal auf seinen Vater und danach etwa 40 Mal auf seine Mutter ein. Er wendete dabei so viel Kraft auf, dass die Klingen abbrachen und in den Opfern stecken blieben.

Zur Tat wollte sich der Angeklagte vor Gericht jedoch nicht äussern, er verwies auf das Plädoyer seines Verteidigers. Hingegen berichtete er ausführlich über seine Jugend: Seit seiner frühesten Kindheit habe es Konflikte gegeben mit seinen Eltern. Dazu kamen Drogenprobleme und unzählige Schulwechsel, später brach der Mann verschiedene Studien im In- und Ausland ab. Er ist viermal vorbestraft.

Zwar hätten ihn seine Eltern stets finanziell unterstützt, in der Familie habe jedoch «stets Liebe und Vertrauen gefehlt».

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Eltern machen auch Fehler, aber wenn Hänschen nichts annehmen will und nichts lernen will, kommen auch die besten Eltern an ihre Grenzen. Jedermann hat eine Change, wenn er will und Drogen konsumieren ist meistens der Anfang vom Ende. Was heisst schon harte Jugend?, da könnte ich noch ganz andere Sachen erzählen. Die Charaktereigenschaften sind massgebend. Vielen geht es heute viel zu gut und wenn schief läuft sind die andern Schuld.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen