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Legende: Audio Ein Rundgang durch die Winterthurer «Nagli» abspielen. Laufzeit 04:48 Minuten.
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 07.02.2019.
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Einzige Nagelfabrik im Land «Nägel braucht es immer»

Die Winterthurer «Nagli» konnte als einzige ihrer Art bis heute überleben. Und präsentiert ein neues Prunkstück.

Beim Bahnhof Winterthurer Grüze einmal über die Strasse und schon steht man vor der Schweizerischen Nagelfabrik AG. Der «Nagli», wie sie auch genannt wird. Die Nähe zum Bahnhof ist kein Zufall. Als die Fabrik Ende des 19. Jahrhunderts ihre ersten Nägel produzierte, wurden sie per Zug an die Kunden geliefert.

Nägel laufen in einer Maschine auf ein Verteilmechanismus zu.
Legende: SRF

Heute werden in Winterthur noch immer Nägel produziert. Sechs Angestellte arbeiten in der kleinen Fabrik. Alles andere als eine Selbstverständlichkeit sei das, sagt Geschäftsführer Rainer Thomann. Während in den 1970er-Jahren schweizweit noch ca. 10'000 Tonnen Nägel jährlich produziert worden seien, stehe man heute bei etwa 300 Tonnen Nägeln aus Schweizer Fabrikation. «Früher wurden tausende Nägel von Hand eingeschlagen auf einer Baustelle. Heute kommen die ganzen Wände fixfertig, da braucht es keine Nägel mehr.»

Ein Mann mit grauen Haaren und buschigem Schnauz lächelt in einem Büro in die Kamera.
Legende: Rainer Thomann führt die Schweizerische Nagelfabrik AG. SRF

Neben der eigentlichen Produktion präsentiert die Fabrik in einem Schaubetrieb alte Maschinen. Der Verein «inbahn» restauriert alte Nagelmaschinen. Diese Woche ist das fünfte und neuste Stück dazugekommen: eine vertikale Schlagmaschine.

Eine grosse schwarze Maschine mit vielen runden Sachen.
Legende: SRF

Zweieinhalb Meter hoch, beinahe drei Tonnen schwer und fast ausschliesslich aus Gusseisen. Sie kommt aus ohne Plastik und ohne Elektronik. So mag es der Vereinspräsident Ruedi Stadelmann. Er schätzt, dass die Maschine seit den 1970er-Jahren nicht mehr im Gebrauch war. In seinem Schaubetrieb erlebt sie nun ihren zweiten Frühling. Dafür giesst Stadelmann eigenhändig ein paar Tropfen Öl nach.

Ein Mann mit einem Ölfläschen giesst Öl in eine Maschine.
Legende: SRF

Zwei Jahre lang haben drei pensionierte Maschinenbauingenieure die Maschine restauriert. Dass sie heute wieder einwandfrei laufe, gleiche einem Wunder, so Stadelmann.

Und so ist die Winterthurer «Nagli» nicht nur die einzige Nagelfabrik der Schweiz, sondern hält auch die Erinnerung an traditionelle Fabrikation wach. Und der Geschäftsleiter ist überzeugt, dass seine Produktionsstätte trotz sinkender Nachfrage überlebt. Denn im Gegensatz zu den Ausstellungsstücken im Schaubetrieb sei die Fabrik modernisiert worden: «Wir haben den Generationenwechsel geschafft. Unsere rund hundert Kunden beziehen weiter unsere Produkte. Nägel braucht es immer.»

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Rainer Thomann  (R_Thomann)
    Das kommt ganz darauf an, Herr Blatter, was Sie befestigen wollen. Um beispielsweise Bilder aufzuhängen und zu diesem Zweck Nägel ins Mauerwerk zu schlagen, sind unsere Drahtstifte nicht geeignet (da bräuchten Sie gehärtete Stahlnägel). Aber vielleicht haben Sie ja ein Gartenhäuschen aus Holz oder sonst ein Hobby, wo Sie irgendwann zwei Bretter zusammennageln wollen. Selbstverständlich gebe ich Ihnen recht, dass der Verbrauch an Nägeln stark zurückgegangen ist.
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  • Kommentar von Max Blatter  (maxblatter)
    Nun ja - in meinen modernen vier Wänden hält kaum ein Nagel vernünftig. Ich werde wohl bald den letzten durch einen baden-württembergischen Dübel und eine Schraube unbekannter Herkunft ersetzen ... Sorry, Herr Thomann, an mir verdienen Sie nicht viel!
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