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Endlich aufatmen? Ein Calatrava für Grüningen

Eine Brücke des Stararchitekten Santiago Calatrava soll das historische «Stedtli» vom Durchgangsverkehr entlasten.

Autos fahren zwischen den historischen Riegelhäusern druch.
Legende: Der Verkehr soll aus den Strassen des historischen Städtchens verschwinden und einer Fussgängerzone Platz machen. SRF

Seit Jahrzehnten drängt Grüningen darauf, dass das historische «Stedtli» vom Durchgangsverkehr entlastet wird. Das letzte Projekt scheiterte 2011 an der Kritik der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK). Die geplante Brücke über das Aabachtobel verschandle die Landschaft und beeinträchtige den Blick auf das Städtchen.

Eine schier unendliche Geschichte

Nach verschiedenen Gutachten und Studien gab die zuständige Volkswirtschaftsdirektion im letzten Jahr einen Wettbewerb in Auftrag. Er sollte Lösungen für die Brücke aufzeigen, die den Bedenken der ENHK Rechnung tragen.

Aufnahme des Modells der Brücke aus der Vogelperspektive
Legende: Die tiefer gelegte Brücke überspannt das Aabachtobel bei Grüningen ohne den Blick auf das Städtchen zu stören. ZVG/Calatrava Vals SA

Der Vorschlag von Santiago Calatrava überzeugte die Jury am meisten. Er überzeuge «durch eine sorgfältige Analyse der lokalen Gegebenheiten, eine exzellente Gestaltung und überzeugende Einbettung der neuen Bauwerke in die Umgebung», heisst es in der Mitteilung der Volkswirtschaftsdirektion.

Santiago Calatrava

Santiago Calatrava

Architekt

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Santiago Calatrava Valls wurde 1951 in Valencia geboren und studierte dort Architektur an der Escuela Técnica Superior de Arquitectura mit einem Nachdiplomstudium in Urbanistik. Ab 1975 widmete sich Calatrava an der ETH Zürich dem Bauingenieurwesen und doktorierte 1981. Durch seine technisch spektakulären Bauwerke erlangte er internationale Bekanntheit. So stammen neben dem Stadtzürcher Bahnhof Stadelhofen unter anderem die Samuel Beckett Bridge in Dublin und der World Trade Center Transportation Hub in New York aus seiner Feder. Calatrava lebt und arbeitet in Zürich und New York.

Die Strasse ist tiefer gelegt und wird durch eine 220 Meter lange Unterführung geführt. Die filigrane Brücke überquert das Tobel diagonal. Durch die Absenkung von Strasse und Brücke bleibt die Sicht auf das historische Städtchen ungestört.

Wie es weitergeht

Noch offen ist, was mit dem 1844 erstellten Strassendamm passiert, der mit der Umfahrung seine Funktion verliert. Der Architekt schlägt vor, ihn abzubrechen und durch eine Fussgängerbrücke zu ersetzen. Der Kanton prüft nun, ob dieser Vorschlag mit dem Denkmalschutz vereinbar ist.

Gleichzeitig soll das kantonale Tiefbauamt ein Vorprojekt ausarbeiten. Die Umfahrung für Grüningen wird nach ersten Schätzungen 24 bis 29 Millionen Franken kosten, je nachdem, ob auch die Fussgängerbrücke gebaut wird. Das Vorprojekt ist die Grundlage für den Kreditantrag, den der Kantonsrat bewilligen muss. Bis Grüningen endlich aufatmen kann, wird es aber noch Jahre dauern.

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