Es grünt erst zaghaft zwischen GP und GLP

Zehn Jahre nach der Abspaltung der Grünliberalen von der Grünen Partei wollen die Parteileitungen wieder vermehrt zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen. Im Kanton Zürich stösst das auf Vorbehalte - besonders bei den Grünen.

Grüner Zwist: Nicht alle Grünen mögen den Kampf gegen die GLP aufgeben. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Grüne gegen GLP: Nicht alle Grünen mögen die Boxhandschuhe auf die Seit legen. zvg

Bäumle gegen Glättli: Dieser interne Kampf zwischen den beiden heutigen Nationalräten stand vor zehn Jahren am Anfang des innergrünen Zwists. Eine Gruppe um Martin Bäumle spaltete sich schliesslich von den Grünen ab und gründete die GLP. Ausgerechnet diese beiden ehemaligen Kontrahenten schlagen nun vor, dass sich die beiden Parteien bei den Nationalratswahlen im nächsten Jahr mit Listenverbindungen gegenseitig unterstützen.

Im Kanton Zürich führt das zu gemischten Reaktionen. GLP-Ständerätin Verena Diener, vor zehn Jahren zusammen mit Bäumle eine der Mitbegründerinnen der GLP, findet die Zusammenarbeit vor allem bei sachpolitischen Themen wichtig. Ökologische Fragen seien dringend. «Die FDP bewegt sich in dieser Frage jedoch kaum und die CVP ist unzuverlässig» - so Diener. Eine Zusammenarbeit mit der GP sei deshalb richtig.

Ähnlich sieht es die Grüne Kantonsrätin Esther Guyer. Sie könnte sich auch Listenverbindungen vorstellen. «Listenverbindungen sollten wir dort machen, wo es für uns günstig ist».

«SP bleibt wichtigster Partner»

Marionna Schlatter, Präsidentin der GP im Kanton Zürich ist jedoch skeptisch. Sie habe viele «entrüstete» Reaktionen auf eine mögliche Zusammenarbeit erhalten. Was aber Listenverbindungen betrifft, scheint die Sache für Schlatter klar: «Die SP bleibt unser wichtigster Partner», betont sie. «Unsere Mitglieder möchten bestimmt, dass die SP und nicht die GLP von einem allfälligen Zusatzmandat profitiert.» Entscheide sind jedoch bei beiden Parteien noch nicht gefallen.