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Zürich Schaffhausen Fachkräftemangel: Temporäre helfen in Zürcher Operationssälen aus

Operationstechniker sind als Berufsleute besonders begehrt, es gibt nämlich schlicht zu wenig ausgebildete Fachleute. Zürcher Spitäler müssen deshalb ihr Personal in den Operationssälen vermehrt temporär anstellen, und zahlen damit mehr. Eine Wende ist nicht in Sicht.

Legende: Video Fachkräftemangel im Operationssaal abspielen. Laufzeit 08:38 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 06.10.2015.

Christian Schär, Präsident des Verbandes Zürcher Krankenhäuser, spricht von einer «schlechten Entwicklung». Wegen des Mangels an Fachpersonal sähen sich die Spitäler zunehmend gezwungen, personelle Engpässe mit temporären Angestellten zu überbrücken. «Dadurch hat man täglich neues Personal, das sich mit dem Betrieb nicht mehr richtig identifizieren kann».

Lange Präsenzzeiten, Wochenenddienste, viel Verantwortung und das alles für einen Lohn, der nicht fürstlich ist – all dies erschwere die Rekrutierung etwa von Operationstechnikern, erläutert Ivan Rasch die Situation am Spital Männedorf. Für viele Junge seien solche Arbeitsbedingungen nicht attraktiv genug, um sich fest anstellen zu lassen. Für Rasch, Leiter OP-Pflege, bedeutet der Personalmangel eine zusätzliche Belastung. «Kommt jemand temporär ins Team, müssen wir diese Person zuerst einarbeiten».

Alle Zürcher Spitäler haben dasselbe Problem

Peter Sandera hat als leitender Arzt in der Chirurgie am Spital Männedorf schon absurd anmutende Situationen erlebt. «Es kann passieren, dass ich am Operationstisch jemandem begegne, von dem ich nicht einmal den Namen weiss.» Aber daran habe er sich mittlerweile schon gewöhnt.

2014 war bereits fast jeder sechste Operationstechniker am Spital Männedorf temporär angestellt. «Die Leute wollen heutzutage flexibel sein. Darauf müssen wir reagieren», resümiert CEO Stefan Metzker. Allein im vergangenen Jahr verbuchte er rund 600‘000 Franken an Lohnkosten für «Temporäre». Diese würden in der Regel zu höheren Salären als Festangestellte arbeiten.

Männedorf steht mit dieser Situation nicht alleine da. Sowohl Universitätskliniken wie kleinere Spitäler in Randregionen haben Engpässe in den Operationssälen. Der Kampf um Operationstechniker dürfte sich in Zukunft noch verstärken – die Bevölkerung wird immer älter und damit nimmt die Zahl medizinischer Eingriffe tendenziell zu statt ab.

(simd; Schweiz Aktuell, 19 Uhr)

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Dupont (udupont)
    Aber die Zuwanderung ist keine Lösung. Mehr Aerzte und Pflegepersonal aus dem Ausland, heisst auch, es braucht wieder mehr Bauarbeiter um Häuser für sie zu bauen. Und deshalb braucht es auch wieder mehr Lehrer, Polizisten, mehr Beamte, mehr OeV Personal etc. und so brauchen wir auch wieder noch mehr Aerzte und Pflegepersonal. Ein Teufelskreis der so nie enden wird. Zu beachten ist zudem, dass ja nicht nur die Fachkräfte kommen sondern ein Mehrfaches an Angehörigen, z.T. inkl. Eltern, Tante, ...
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  • Kommentar von S. Meier (SM)
    Solange das Personal die gleiche Sprache spricht...Im Unispital Zürich hatte ich mal einen Arzt, der kein Wort Deutsch sprach... es ist aber sehr erstaunlich, dass die Schweiz nicht in der Lage ist genügend Personal auszubilden. Woran das wohl liegen mag? Kann ja nicht sein, dass es nur die Überalterung ist, wenn die Jugendarbeitslosigkeit höher ist als bei anderen Altersgruppen. (Ausgenommen 50+)
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