Fenster-Motörli oder Schalldämmlüfter?

Die Flughafen Zürich AG will in den kommenden zwei Jahren ihr Schutzkonzept Süd umsetzen. Rund 10'000 Schlafzimmer werden mit Schalldämmlüfter oder Fensterantrieb ausgerüstet. Damit sollen die Anwohner vor dem Lärm der morgendlichen Südanflüge geschützt werden.

Ein Schlafzimmer mit Bett, im Vordergrund ein Fenster, an dem eine Maschine angebracht ist. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Solche automatischen Fenster-Motoren sollen für Ruhe sorgen in Schlafzimmern unter der Anflugschneise Süd. Keystone

Begünstigt werden Haus- und Wohnungseigentümer, deren Liegenschaften im Bereich der Südanflugroute liegen und nicht Bestandteil des ordentlichen Schallschutzprogramms sind. Konkret sind das Teile der Gemeinden Opfikon, Wallisellen, Zürich und Dübendorf.

Die Wahl in der Qual

Die betroffenen Immobilienbesitzer können zwischen zwei Optionen auswählen:

  • ein Antrieb, der das offene Fenster vor dem ersten Anflug am Morgen automatisch schliesst
  • ein Schalldämmlüfter, der bei geschlossenem Fenster für Frischluftzufuhr sorgt

Für die Betroffenen ist der Einbau kostenlos. Ein Info-Pavillon, der in den kommenden Wochen an verschiedenen Orten aufgestellt wird, soll ihnen dabei helfen, eine Wahl zu treffen. Das Ziel der Flughafen Zürich AG sei es, bereits in wenigen Wochen mit der Realisierung beginnen zu können.

Streit bis vors Bundesverwaltungsgericht

Das Bundesgericht hatte den Flughafen im Dezember 2010 dazu verpflichtet, zusätzlich zum bestehenden Schallschutzprogramm ein Schutzkonzept Süd auszuarbeiten. Der Bund bewilligte das Konzept im Jahr 2013.

Ein Schlafzimmer, darin ein weisser Kasten neben einem Bett. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die zweite Möglichkeit: Ein Schalldämmlüfter sorgt für frische Luft bei geschlossenen Fenstern. SRF

Allerdings waren Dübendorf, Opfikon und der Verein «Flugschneise Süd - Nein» mit dem Konzept unzufrieden und gelangten ans Bundesverwaltungsgericht. Ihnen ging der Schutz der Bevölkerung zu wenig weit.

Das Bundesverwaltungsgericht liess sie im Oktober 2015 jedoch mit ihren Forderungen abblitzen. Das Schutzkonzept Süd sei ausreichend und die weitergehenden Forderungen unverhältnismässig.