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Legende: Audio Autorin Daniela Schwegler und Bergführerin Ariane Stäubli im Gespräch mit SRF-Redaktorin Mirjam Fuchs abspielen. Laufzeit 10:39 Minuten.
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 12.08.2019.
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Frauen am Fels «Es passiert mir ab und zu, dass mich ein älterer Herr belehrt»

Bergführerinnen sind eine Seltenheit: Auf 1300 Männer kommen knapp 40 Frauen. Eine davon ist Ariane Stäubli. Die frischgebackene Bergführerin bewegt sich auch als Umweltingenieurin und Unteroffizierin in Männerdomänen. Die 33-Jährige ist im Berner Oberland aufgewachsen und lebt heute im Zürcher Oberland, genauso wie die Autorin Daniela Schwegler. Für ihr neues Buch «Himmelwärts» hat sie Ariane Stäubli und 11 weitere Bergführerinnen porträtiert.

SRF News: Warum gibt es kaum Bergführerinnen?

Daniela Schwegler: Aus historischen Gründen. Frauen waren am Berg lange unerwünscht. Und die Bergführerausbildung war sowieso nur für Männer, denn man musste dafür Militärdienst geleistet haben. 1977 änderte sich das mit einem Bundesgerichtsentscheid und 1986 schaffte dann die erste Frau, Nicole Niquille, die Prüfung.

Ariane Stäubli: Eine schwierige Frage. Es sind vielleicht nach wie vor Eigenschaften gefragt, die man eher Männern zuschreibt: Entscheidungen treffen, die Führung übernehmen, eine Gruppe durch schwieriges Gelände lotsen, viel unterwegs sein. Dabei sind die wichtigsten Eigenschaften, die ein Bergführer braucht, Geduld und Einfühlungsvermögen.

Junge Frau mit Eispickel
Legende: Nicht nur als Bergführerin in Männerdomänen unterwegs: Ariane Stäubli absolvierte als erste Frau der Schweiz die Gebirgsspezialisten-Rekrutenschule. Christian Jaeggi

Welche Vorurteile gibt es?

Daniela Schwegler: Mehrere der Bergführerinnen erzählten mir, dass man ihnen in den Hütten häufig erst einmal nicht glaubt, dass sie für die Gruppen verantwortlich sind. Es werden Männer erwartet.

Ariane Stäubli: Unter den Bergführern haben wir einen sehr schönen Zusammenhalt, wir sitzen abends in der Hütte zusammen und diskutieren, dort bin ich sehr gut integriert. Es sind eher die Hüttengäste, denen ich Vorurteile anmerke: Es passiert mir ab und zu, dass ein älterer Herr an den Tisch kommt und mich vor meiner Gruppe auf eine Gewitterneigung oder eine andere Gefahr aufmerksam macht. Solche Belehrungen erleben meine männlichen Kollegen sicher weniger.

Was müsste sich verändern, damit es mehr Frauen gibt in diesem Beruf?

Daniela Schwegler: Mein Buch beflügelt hoffentlich Frauen, die mit dem Gedanken spielen, Bergführerin zu werden. Vorbilder zu haben ist wichtig.

Ariane Stäubli: Das Berufsbild. Es geht nicht darum, wie ein «Gepickter» über den Grat zu rennen und den Gast dabei hinter sich herzuziehen, sondern darum, den Gästen eine neue Welt zu eröffnen. Eine solche Tour planen und führen können Frauen genauso gut wie Männer.

Verschneites Bergtal bei aufgehender Sonne
Legende: Früh aufstehen gehört zum Bergführen dazu: Auf dem Weg zum Eisklettern im Averstal. Christian Jaeggi

Das Gespräch führte Mirjam Fuchs.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Fuchs  (Daniel Fuchs)
    Tja wenn man als Mann zum Beispiel (vorallem) mit kleinen Kindern unterwegs kennt man das "Problem" von Frauen belehrt zu werden... Ist halt so dass mache Menschen meinen sie könnten etwas besser auch auf Grund ihres Geschlechts, geht aber in beide Richtungen. Das kann man getrost ignorieren...
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  • Kommentar von Tom Tucker  (Tom Tucker)
    Natürlich können das Frauen so gut wie Männer. Das ist allen Berufen so. Sie trauen sich einfach weniger zu und machen sich zuviele Gedanken. Also los Frauen, ein bisschen mehr Mut. Und an die Männer: unterstützt die Frauen. Vor allem moralisch. Dann schaffen sie auch den letzten Schritt.
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