«Für die Thurauen war dieses Hochwasser ein Glücksfall»

Das Hochwasser im Juni war quasi eine Bewährungsprobe für die renaturierte grosse Auenlandschaft bei der Mündung der Thur. Wie ein Augenschein mit dem Renaturierungs-Projektleiter zeigt, hat sie die Probe bestanden.

Es war das erste grosse Hochwasser, seit die Thur im renaturierten Bett auf die Mündung zufliesst. Der reissende Fluss hat sich dabei zum Teil bis zu 10 Meter weit ins Ufer gefressen und allein am letzten Wochenende rund 100'000 Kubikmeter Geschiebe produziert. Er ist über die Ufer getreten und hat den Auenwald überschwemmt.

Der Auenwald und die Fische profitieren

Schlimm? Im Gegenteil: «Dieses Hochwasser war ein Super-Glücksfall», sagt Robert Bänziger, Projektleiter der Thurauen-Renaturierung gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» von Radio SRF. Der Auenwald brauche von Zeit zu Zeit eine Überschwemmung, um gut zu gedeihen. Für den Hochwasserschutz der Bevölkerung habe man etwa 200 bis 300 Meter vom Ufer entfernt Dämme errichtet, auch diese hätten sich bewährt. Die Fische profitieren laut Bänziger vom Geschiebe, denn sie laichen in den Ablagerungen.

Die Auenlandschaft gilt als Vorzeigeprojekt in Sachen Ökologie und Hochwasserschutz. Seit sie renaturiert ist, hätten sich deutlich mehr Pflanzen, Fische und Vögel angesiedelt, so Robert Bänziger.

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