Problem Smartphone «Im Frauenhaus soll niemand geortet werden können»

Nach 25 Jahren Frauenhaus Uster wird das Smartphone immer mehr zum Problem. Eigentlich müssen Handys abgegeben werden.

Frau steht an Fenster Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: 17 Frauenhäuser gibt es in der ganzen Schweiz: 3 davon im Kanton Zürich. Keystone

Wenn der Mann durchdreht, zuschlägt und die eigene Wohnung nicht mehr sicher ist, dann gibt es für Frauen im Kanton Zürich drei Anlaufstellen. Drei Frauenhäuser in Zürich, Winterthur und Uster.

Die Frauenhäuser bieten Schutz in der Not und helfen gewaltbetroffenen Frauen einen Weg aus der Krise zu finden. Das Frauenhaus im Zürcher Oberland gibt es nun seit 25 Jahren. Vier Plätze für Frauen mit Kindern sind vorhanden, häufig ist das Haus ausgelastet.

Diskussionen wegen Handy-Verbot

Das Frauenhaus in Uster war über die Jahre immer wieder mit unterschiedlichen Problemen konfrontiert. Aktuell eine immer grösser werdende Herausforderung sind die Smartphones.

«Es gibt immer wieder Diskussionen deswegen», sagt Sandra Fausch, Leiterin des Frauenhauses Uster. «Wir bestehen darauf, dass die Frauen ihr Handy abgeben.» Es gehe um Bedrohung, Schutz und darum, dass die Frauen nicht geortet werden könnten.

«  Die Frauen müssen ihr Handy bei uns abgeben. »

Sandra Fausch
Leiterin Frauenhaus Uster

Es sei manchmal aber schwierig, den Frauen die Problematik verständlich zu machen, so Fausch. Einfacher sei das Handy-Verbot für stark bedrohte Frauen. Diese hätten häufig Angst und wüssten, dass es so besser sei.

Handys auch in Zukunft ein Problem

Die Frauen bekommen dafür ein Prepaid-Handy. «Wir wollen ihnen ja nicht die Kommunikation verbieten», sagt Fausch, «wir besprechen aber mit den Frauen, wem sie die Nummer geben und mit wem sie in Kontakt sind.»

Sandra Fausch ist sich sicher, dass das Thema Smartphones sie auch in Zukunft noch viel beschäftigen wird. Es werde wohl immer wieder neu diskutiert werden müssen.