Zum Inhalt springen

Header

Video
«Marsch fürs Läbe»: Jungsozialisten in der Kritik
Aus Schweiz aktuell vom 16.09.2019.
abspielen
Inhalt

Ja zu unbewilligten Protesten Juso sorgt selbst bei Mutterpartei für Unverständnis

Die Juso Zürich legitimiert die Gegendemonstration beim «Marsch fürs Läbe», welche am Samstag zu Krawallen geführt hat.

Die bewilligte Kundgebung «Marsch fürs Läbe» gegen Abtreibung am Samstagnachmittag in Zürich war durch Teilnehmende einer unbewilligten Demonstration gestört worden. Zwar hat die Partei der Jungsozialisten nicht an dieser unbewilligten Demonstration teilgenommen. Sie hat sich aber in einer Medienmitteilung hinter die gewaltbereiten Demonstranten gestellt – zum Unverständnis der eigenen Mutterpartei.

Juso führte friedliche Demo durch

Tatsächlich kam es am Samstag zu Gewalt und Sachbeschädigung: Brennende Container, Angriffe auf ein Feuerwehrauto, Steine und Flaschen gegen Polizisten, zwei Beamten verletzten sich dabei leicht. Die Polizei wiederum reagierte mit Gummischrot, Tränengas und Wasserwerfer. Der Demonstrationszug der Abtreibungsgegner konnte in Folge verspätet, aber nur auf einer verkürzten Route durchgeführt werden.

Die Juso entschied sich im Vorfeld für eine friedliche und bewilligte Gegendemonstration, welche auf dem Helvetiaplatz startete – weit weg vom «Marsch fürs Läbe». Dies führte im Vorfeld zu Kritik aus der linksautonomen Szene. Wahlkampf sei der Partei wichtiger als die Unterstützung einer breiten Bündnismobilisierung gegen den «Marsch fürs Läbe».

«Keine Meinung, sondern Hetze»

Im Nachgang legitimieren die Jungsozialisten der Stadt Zürich nun aber die unbewilligte Gegendemonstration. In einer Mitteilung vom Sonntag bezeichnet Co-Präsidentin Anna Luna Frauchiger den Protest als «legitim und wichtig».

Im Interview mit «Schweiz aktuell» hält sie fest, dass die Juso die sinnlose Gewalt, welche «ein kleiner Teil der Demonstrierenden ausübte», verurteile. Dass die Gegendemonstranten den «Marsch fürs Läbe» aufhalten wollten, sei aber richtig – denn die Demonstration der Abtreibungsgegner sei in den Augen der Juso keine Meinung mehr, sondern Hetze.

Beschnittene Grundrechte

Die Stadt Zürich hatte damit gerechnet, dass es zu gewalttätigen, unbewilligten Demonstrationen gegen den «Marsch fürs Läbe» kommen würde und wollte den Abtreibungsgegnern wegen Sicherheitsbedenken im Vorfeld keine Bewilligung für einen Marsch erteilen.

Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich entschied sich in einem Urteil von Ende August jedoch dafür, dass der «Marsch fürs Läbe» mit einem Demonstrationszug durch die Stadt ziehen darf. Dies, weil öffentliche Kundgebungen unter dem Schutz der Meinungs- und Versammlungsfreiheit stünden.

Ich verstehe nicht, weshalb sich die Juso mit dieser Gegendemonstration solidarisiert.
Autor: Marco DenothCo-Präsident der Stadtzürcher SP

Auch für den Co-Präsidenten der Stadtzürcher SP, Marco Denoth, ist es wichtig, dass es in der Schweiz grundsätzlich eine Demonstrationsfreiheit für alle gibt – auch andere sollten demonstrieren dürfen. «Ich verstehe deshalb nicht, weshalb sich die Juso mit dieser Gegendemonstration solidarisiert, da sie ja eine eigene, gute Demonstration durchgeführt hat, und diese auch bewilligen liess.»

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

11 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.