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Legende: Audio Oberster Zürcher Jäger befürwortet Leinenpflicht während Setzzeit abspielen. Laufzeit 02:00 Minuten.
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 11.04.2019.
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Jagende Hunde im Kanton Zürich «Die Rehe verenden unter starken Schmerzen und grosser Angst»

Ein Hund hat eine Spur gefunden, scheut ein Reh im Wald auf, rennt hinterher und beisst zu. Solche Szenen kommen im Kanton Zürich immer wieder vor. Über hundert solche oder ähnliche Fälle wurden im letzten Jahr gemeldet. In gewissen Fällen tötet der Hund das Reh sofort. Meist aber erwischt der Hund das Wildtier, es kommt lebendig davon, ist aber schwer verletzt. Diese Szenarien seien besonders dramatisch, sagt Urs Philipp, Abteilungsleiter Jagd und Fischerei beim Kanton Zürich. «Die Rehe verenden im Wald elendiglich unter starken Schmerzen und grosser Angst.»

Das geschieht wenn ein Hund ein Reh jagt

Hat ein Hund ein Wildtier gejagt, muss der Hundehalter mit einer hohen Busse rechnen. Ausserdem kann der Halter auch vom regionalen Jagdaufseher verwarnt werden. Im äusserst seltenen Fall kann ein Hund, der mehrmals jagt, auch zum Abschuss freigegeben werden.

In der Pfannenstilregion auf der rechten Zürichseeseite wurden im letzten Jahr besonders viele Fälle von jagenden Hunden gemeldet, schreibt die «Zürichsee-Zeitung». Ein Drittel aller Fälle wurden in dieser Region rapportiert. Der Grund ist laut Urs Philipp simpel: «Dort leben viele Rehe, aber auch viele Menschen - und wo viele Menschen sind, sind auch viele Hunde.»

Leinenpflicht für Hunde?

Im Gegensatz zu anderen Kantonen gilt im Kanton Zürich grundsätzlich keine Leinenpflicht. Urs Philipp, Abteilungsleiter Jagd und Fischerei beim Kanton Zürich, würde aber eine Leinenpflicht während der Setzzeit befürworten. In diesen Monaten im Frühling und Sommer sind viele Tiere trächtig und deshalb weniger agil und schnell. «Mit einer Leinenpflicht in diesen Monaten könnten wir viele solche Fälle vermeiden.» Viele Hunde hätten zwar einen sehr guten Gehorsam, so Philipp. Dennoch könne man nie ganz sicher sein, dass auch der folgsamste Hund in solchen Situation immer gehorcht.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Matthias Möckli  (Möckli)
    Gerne erinnere ich übrigens an den Fall Tarzisius Caviezel aus Davos. Dem Landammann und EX HC-Davos Präsident und selbstverständlich passionierter Jäger, sowie Vorstandsmitglied des Jägerverbands Jagd Schweiz, ist im Februar 2019 sein Jagdhund ausgerissen, woraufhin dieser ein Reh durchs Dorf jagte und übel zurichtete! Nicht selten sind es übrigens die Jäger selbst, die es mit dem "an die Leine nehmen" gar nicht so ernst nehmen!
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  • Kommentar von Hans H. Hirt  (AndromedaAxiomis)
    Das gleiche gilt für unsere Hobbyjäger. Kaum ein erster Schuss trifft das Reh tödlich. Es verendet oft erst nach langer Zeit qualvoll. Ich durfte letzten Herbst unfreiwilligeine solch eine Jagd bei einem Spaziergang beobachten. Das war schrecklich. Und dass die Jäger zudem sturzbetrunken waren, möchte ich hier gar nicht erwähnen. Ich konnte mich durch ein Gespräch mit zwei der Jäger davon überzeugen.
    Keine Frage, jagende Hunde geht gar nicht. Aber das eigentliche Problem sind unsere Jäger.
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  • Kommentar von Matthias Möckli  (Möckli)
    Sicher ist jedes angefallene Reh durch einen Hund eine schlimme Sache. Nur sollte man noch erwähnen, dass gerade die Jägerschaft (welche ja immer gerne als "Experte" befragt wird) jedes Jahr 4'500 Rehe erschiesst, nicht wenige davon müssen nachgesucht werden! Wie lange ein Tier leidet, bis es gefunden wird (wenn überhaupt) spielt natürlich keine Rolle. Stellt man nun die 4'500 Tiere den paar Einzelfällen von jagenden Hunden gegenüber, ist es schon fraglich, wo nun mehr Handlungsbedarf besteht?
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    1. Antwort von Silke Döding  (Nordlicht)
      Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. 1. Es gibt ja wohl ein grundlegenden u Türschild ob ich mit einem Hund ein Tier in den Tod Hetze, es irgendwo krepiert und verendet, als ein Schuss aus dem Gewehr! 2. dieses "Herr Lehrer ich weiss was NOCH schlimmeres" um dann einen Missstand herabzuwürdigen ist wohl recht modern, aber ausgesprochen lachhaft und peinlich.
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    2. Antwort von Gabriel Andermatt  (Andermatt)
      Laut der Eidgenössischen Jagdstatistik von der UZH sehen die Zahlen ein bisschen anders als. In den Jahren 2009 bis 2016 wurde im Kanton Zürich 849 Fallwild registriert, welches von Hunden gerissen wurde. In derselben Zeit waren es jedoch gerade einmal 54 Schutzverletzungen. Stelle ich diese beiden Zahlen in ein Verhältnis, so sehe ich ein ganz klarer Handlungsbedarf.
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