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Kampf um Operationen Mindestfallzahlen für Ärzte belasten kleine Spitäler

Der Kanton Zürich geht ab dem 1. Januar einen bedeutenden Schritt weiter. Viel zu weit, sagen die kleinen Spitäler.

Ärzte bei einer Operation
Legende: Die kleinen Spitälern wehren sich gegen Mindestfallzahlen pro Arzt. Keystone

Operationen werden günstiger und besser. Dies ist das Fazit der Zürcher Gesundheitsdirektion nach der Einführung von Mindestfallzahlen für gewisse Operationen je Spital im Jahr 2012. Grund genug für den Kanton, nun einen bedeutenden Schritt weiterzugehen. In sechs Leistungsgruppen führt sie auch Mindestfallzahlen pro Arzt, pro Ärztin ein. Beispielsweise wenn es um das Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks geht. Nach einer Einführungszeit von gut einem Jahr werden die Vorgaben nun umgesetzt.

Schwierigkeiten für Regionalspitäler

Der Kanton macht dies gegen den Willen der Zürcher Regionalspitäler. Mindestfallzahlen pro Arzt in der Grundversorgung gehen Rolf Gilgen zu weit. Die Gleichung: Je mehr, desto besser, gehe nicht auf, meint der Direktor des Spitals Bülach.

Nehmen Sie als Beispiel Herbert Von Karajan. Der trat nicht wahnsinnig viel auf, war deswegen aber kein schlechterer Dirigent.
Autor: Rolf GilgenDirektor Spital Bülach

Wenn die kleinen Spitäler immer mehr Leistungsaufträge verlören, gehe es letztlich um deren Existenz, so Rolf Gilgen.

Das Wohl des Patienten im Zentrum

Unterstützung erhält der Kanton vom Patientenschutz. Erika Ziltener, Leiterin der Patientenstelle Zürich, begrüsst die neuen Mindestfallzahlen. Sie hat zwar Verständnis für die Sorgen der Regionalspitäler, fügt dann aber an: «Am Schluss ist das Spital für den Patienten da und nicht der Patient für das Spital.»

Ich gehe nicht ins Spital, damit dieses weiter existieren kann. Ich gehe dorthin, wo ich die beste Qualität erwarten kann.
Autor: Erika ZiltenerLeiterin Patientenstelle Zürich

Die Mindestfallzahlen pro Arzt oder Ärztin in gewissen Bereichen, sie werden per 1. Januar 2019 in Kraft gesetzt. Nicht so in den zehn Zürcher Regionalspitälern, die sich gegen die neuen Vorgaben gewehrt haben. Ihre Beschwerde ist hängig und hat aufschiebende Wirkung.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Heinz Gerber (rosenzeit)
    ist volle absicht - die kleinen spitäler sollen (laut regierung) weg - alles wird zentralisiert - in die grossen städte - und danach wird gejammert wegen pendelverkehr, der aus den nähten platzt.. warum haben politiker nicht die sicht fürs ganze ?
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Vo Plaanig kei Aanig! Bezirksspitaeler werden laufend gar fuer Notfaelle ganz geschlossen. Die Ambulanzen mit lebensgefaehrlich Verletzten oder Kranken stecken im Verdichtungsstressstau fest bis der Patient viel zu frueh tot ist. Jedes Bezirksspital sollte mit qualifizietem Notfallpersonal als Elite bestueckt bleiben, und einem Bettenangebot fuer leichte Faelle ohne ueberqualifizierte Erziehung statt muetterlicher Pflege. Komplizierte Operationen ab in erfahrene Zentren mit Medizineliten....
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    "Wenn die kleinen Spitäler immer mehr Leistungsaufträge verlören, gehe es letztlich um deren Existenz, so Rolf Gilgen." - So einen Quatsch kann man nur mit im Hinterkopf lauernden Privatisierungsgelüsten von sich geben. Ein öffentliches Spital braucht keine Gewinne, sie werden mit Steuern finanziert, wie der Rest der Infrastruktur auch! Ende der Diskussion!
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