Kanton will Panini-Werbeaktion an Zürcher Schulen nicht verbieten

Zürcher Schulen haben sich bei einer Werbeaktion für Panini-Sammelalben einspannen lassen. Die Schulleiter beurteilen dies als kritisch - das Zürcher Volksschulamt greift aber nicht ein.

Kinder tauschen Fussballbildchen der WM 2014. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kinder tauschen Fussballbildchen der WM 2014. Keystone

Panini, Hersteller der beliebten Fussballsammelbilder, hat an über 50 Schweizer Schulen Gratis-Sammelalben an die Schülerinnen und Schüler verteilt. «10vor10» hat den Fall einer Zürcher Schule bekannt gemacht, an der 600 Hefte abgegeben wurden.

Sarah Knüsel, Präsidentin des Zürcher Verbandes der Schulleiterinnen und Schulleiter, findet dies bedenklich: «Schulen sollten neutral sein und Kinder nicht zu kommerziellen Sachen verführen.» Der Verband empfehle deshalb den Schulen, bei solchen Aktionen nicht mitzumachen.

Rechtlich unbedenklich

Martin Wendelspiess vom kantonalen Volksschulamt sagt, der Kanton überlasse den Entscheid den Schulleitungen: «Sie müssen wissen, ob sowas sinnvoll ist. Kantonale Richtlinien braucht es nicht.» Rechtlich sei die Sache unbedenklich, da die Kinder zu nichts verpflichtet würden.

Heikler sei der Wunsch von Panini, die Aktion mit Fotos zu dokumentieren, so Wendelspiess: «Da würden Kinder und Lehrer zu Werbeträgern gemacht.»

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Panini-Heftli an Schulen

3:13 min, aus 10vor10 vom 29.3.2016