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Zürich Schaffhausen Keine weiteren Schritte der Zürcher Katholiken gegen Huonder

Mit einer schriftlichen Entschuldigung haben sich die Zürcher Katholiken vom Churer Bischof Vitus Huonder distanziert. Weitere Aktionen sind jedoch nicht geplant, erklärte Benno Schnüriger, der oberste Zürcher Katholik. Er hofft nun, dass Zürich bald ein eigenes Bistum erhält.

Legende: Audio «Interview mit Benno Schnüriger (23.8.2015)» abspielen. Laufzeit 16 Minuten.
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Wieder mal sorgte der Churer Bischof Vitus Huonder für Wirbel in der katholischen Kirchen. Ende Juli zitierte er in Fulda eine Stelle aus dem Alten Testament. Nach dieser Stelle soll ein Mann, der mit einem Mann «wie mit einer Frau schläft, mit dem Tod bestraft werden».

Die Zürcher Katholiken haben sich letzte Woche schriftlich entschuldigt. Weitere Schritte sind jedoch vorerst nicht geplant, wie Benno Schnüriger als Regionaljournal-Wochengast sagte.

Ohnehin tritt Huonder voraussichtlich in zwei Jahren in den Ruhestand. Es gäbe zwar Bestrebungen, die darauf abzielten, dass Huonder noch früher zurücktritt. Die Erwartungen diesbezüglich seien jedoch klein – so Schnüriger.

Eigenes Bistum bis 2021

Unabhängig von den jüngsten Kontroversen mit Huonder wollen sich die Zürcher Katholikon ohnehin vom Bistum Chur loslösen. Schnüriger sieht dieses Ziel nun näher kommen. «Zwischen 2017 und 2021 sollte es soweit sein.» Voraussetzung ist, dass sich die Schweizer Bischöfe einigen. Dann muss auch noch der Papst dem neuen Bistum den Segen erteilen.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Kevin Keller, Zürich
    Was für widersprüchliche Zürcher Katholiken: Einerseits wollen sie ein eigenes Zürcher Bistum, andererseits entschuldigen sie sich für ihren Bischof. Ihr Problem: Ihnen fehlt de entscheidende Einfluss auf die Bischofswahl. Ein eigenes Bistum für Zürich wäre deshalb ein Rückschritt. Die Romkirche kann ihnen jederzeit einen neuen Problembischof vor die Nase setzen. Das spricht eindeutig gegen ein Zürcher und für das bisherige Churer "weit-weg"-Bistum.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Den gleichen Wunsch hätten wahrscheinlich nicht nur der Kanton Zürich, höchstens noch einige Huondertreue Gläubige, die sich über fortschrittliche Priester grämen, ja grämen. ich weiss das aus Erfahrung mit Bekannten aus diesen Kreisen. Wir sollten alle zusammenstehen und Bischof Huonder den Austritt aus den Bistum Chur einreichen. Es darf doch nicht sein, dass wir Kirchensteuern bezahlen und zu kirchlichen Angelegenheiten nichts zu sagen haben..
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    1. Antwort von Kevin Keller, Zürich
      Die Katholiken bekamen die feudalherrschaftliche Struktur der Romkirche bereits mehrfach zu spüren. 2011 wollte die Biberbrugger Konferenz den Problembischof mit Hilfe des Bundesrates absetzen. Nichts passierte. 2014 forderte die "katholische Basis" die Bischofskonferenz auf, in Chur für eine neue Bistumsleitung zu sorgen. Nichts passierte. Das Bild des Hirten, der über seine Schafe wacht, muss man offensichtlich wortwörtlich nehmen, d.h. Behandlung als sei man ein dummes Schaf. Austreten!
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