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Zürich Schaffhausen Kilchberg: Raub mit tödlichen Folgen im Altersheim

Die Zürcher Staatsanwaltschaft ermittelt gegen eine Mitarbeiterin des Alterszentrums Hochweid und eine weitere Frau. Sie sollen im November in die Wohnung einer 88jährigen Bewohnerin eingebrochen sein, mit dem Ziel, sie auszurauben. Dabei sollen sie die Frau derart malträtiert haben, dass sie starb.

Legende: Video Tötungsdelikt in Kilchberger Alterszentrum abspielen. Laufzeit 02:55 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 10.01.2014.

Es war eine Grenzkontrolle, welche die Zürcher Staatsanwaltschaft auf die Spur der mutmasslichen Täterinnen brachte. Am 11. November 2013 stellte die Grenzpolizei Gegenstände sicher, die zwei Tage zuvor im Alterszentrum Hochweid geraubt worden waren.

Deshalb ermittelt die Zürcher Staatsanwaltschaft nun gegen eine ehemalige Mitarbeiterin des Alterszentrums und deren Kollegin. Der Vorwurf: Die beiden Frauen sollen in der Nacht vom 9. auf den 10. November in die Wohnung der 88-jährigen Seniorin eingebrochen sein, um Wertsachen und Geld zu stehlen. «Dabei sollen die beiden Frauen mit körperlicher Gewalt derart auf die betagte Schweizerin eingewirkt haben, dass diese verstarb», schreibt die Staatsanwaltschaft.

Die beiden Frauen sitzen in Untersuchungshaft - ebenso eine weitere Person, gegen die wegen Begünstigung und Hehlerei ermittelt wird.

Schock und Bestürzung im Altersheim

Im Alterszentrum Hochweid ging man bis vor kurzem davon aus, dass gegen die Mitarbeiterin wegen Diebstahls ermittelt wird. Dass sie die Bewohnerin umgebracht haben soll, bestürze und schockiere das ganze Heim, sagt die Leiterin des Zentrums, Zita Ochsner, gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen»: «Man kann es fast nicht glauben. Es ist nicht in unserem Denken, dass so etwas passieren könnte». Es habe nie Hinweise gegeben, dass die Angestellte zu so einer Tat fähig wäre. Auch bei den Bewohnerinnen und Bewohnern sei sie beliebt gewesen.

Um die Geschehnisse verarbeiten zu können, sei es wichtig, dass die mutmassliche Täterin verhaftet worden sei und dass es sich um einen Einzelfall handle: «Wir haben alle Todesfälle im Heim untersucht.» Weitere Opfer könne man ausschliessen.

Ältere Leute oft zu sorglos

Die Sicherheitsvorkehrungen im Heim seien ausreichend, sagt Zita Ochsner weiter. Dass viele ältere Leute ihre Wertsachen und Schmuck lieber bei sich aufbewahren als bei der Bank, sei aber ein bekanntes Phänomen. Dies bestätigt auch Rolf Krebser von der Pro Senectute Kanton Zürich. «Sie sind oft zu sorglos und denken, mir passiert nichts». Im Fall der 88-jährigen Frau im Alterszentrum Hochweid glaubt aber weder Krebser noch die Leiterin des Zentrums, Zita Ochsner, dass irgendeine Massnahme ihren gewaltsamen Tod hätte verhindern können.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von c. Kälin, geht niemand etwas an
    Viel wichtiger als die Nationalität der Täterschaft ist doch, dass solche Fälle nicht unter den Tisch geschoben werden könnent. Nur wer darüber spricht- kann auch etwas ändern!
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  • Kommentar von c. Kälin, geht niemand etwas an
    Das Altersheim-die letzte Ruhestätte sollte SICHER UND RESPEKTVOLL sein, dies scheint leider nicht immer der Fall zu sein! Diesen Monat jährt sich zum 7. mal ! ein Todesfall ebenfalls im Pflegeheim gestorben,zum Glück nicht an den Verletzungen, aber es schmerzt trotzdem wenn man einen geliebten Menschen mit lauter blauen Flecken verabschieden muss. Dies trat im Pflegeheim NIEDELBAD in RÜSCHLIKON auf, kein Schwein von Pfleger oder Heimleitung entschuldigte sich oder zeigte Reue!
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  • Kommentar von Bruno Hochuli, Reinach BL
    Mein Gott, was sind das für Menschen die solche Schandtaten begehen? Hoffentlich werden sie für lange Zeit nicht mehr mit Menschen zu tun haben.
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