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Zürich Schaffhausen Knappe Kontingente belasten Zürcher Firmen

Bereits haben die Unternehmen im Kanton Zürich ihre diesjährigen Kontingente an Arbeitsbewilligungen für Ausländer aus Drittstaaten verbraucht. Noch erteilt der Bund Zusatzbewilligungen, die Firmen sind aber angehalten, Inländer anzustellen. Gerade in der IT-Branche fehlen diese jedoch.

Legende: Video Knappe Kontingente abspielen. Laufzeit 04:22 Minuten.
Aus 10vor10 vom 21.05.2015.

Seit diesem Jahr gibt es vom Bund deutlich weniger Arbeitsbewilligungen für Angestellte aus Nicht-EU-Ländern, sogenannten Drittstaaten. Für den Kanton Zürich hat dies konkrete Auswirkungen: Für Langzeitaufenthalter aus Drittstatten erhielt er noch 353 Bewilligungen statt 460. Für Kurzzeitaufenhalter gab es noch 504 statt 600 Bewilligungen.

Unternehmen geraten unter Druck

Der Kanton hat aus den Reserven des Bundes 200 zusätzliche Bewilligungen beantragt und diese auch problemlos erhalten, es können auch noch weitere Tranchen beantragt werden. Sollten aber alle Reserven vor Ende Jahr ausgeschöpft sein, wird es für die Unternehmen schwierig. Vor allem Firmen aus der Informatikbranche, aber auch Cleantech-Unternehmen oder Industriebetriebe warnen davor, dass sie Projekte nicht durchführen können ohne Spezialisten aus dem Ausland.

Das kantonale Amt für Arbeit und Wirtschaft (AWA) empfiehlt, dass Firmen in dieser schwierigen Situation vermehrt inländische Arbeitnehmer rekrutieren sollten – «auch wenn diese nicht unbedingt dem Wunschprofil entsprechen», sagt AWA-Sprecherin Irene Tschopp.

Suchen im Inland, Finden im Ausland

Dies sei jedoch nur bedingt möglich, sagt Jean-Marc Hensch. Er ist der Geschäftsführer des Informatik-Branchenverbands Swico, also von einer Branche, die besonders unter dem Fachkräftemangel leidet. «Wir suchen Fachspezialisten mit grosser Erfahrung, und diese finden wir nun mal leider oftmals nur im Ausland.»

Kurzfristig setze die Branche deshalb weiterhin auf eine unkomplizierte Regelung für Arbeitsbewilligungen von Drittstaat-Angehörigen, sagt Jean-Marc Hensch. Längerfristig hofft er, dass der Lehrplan 21 und die Förderung von naturwissenschaftlichen Fächern Früchte trägt und auch im Inland vermehrt Informatik-Spezialisten zu finden sind.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von René Mühlemann, Wädenswil
    Fachkräfte mit viel Erfahrung würden gesucht. Wenn Fachkräfte mit weniger Erfahrung kaum eine Job bekommen, können diese ja auch nie Erfahrung sammeln. Irgendwann wird es dann nur noch Fachkräfte ohne Erfahrung geben.
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  • Kommentar von Bruno Hochuli, Reinach
    Die Industrie jammert in hohen Tönen, aber hat es seit vielen Jahren nicht fertig gebracht genügend eigene auszubilden. Nein für gewisse Firmen kam es billiger im Ausland Personal zu rekrutieren. Es gibt sehr gute Firmen in der Schweiz, welche sich seit Jahren um ihren Nachwuchs kümmern. Diesen Firmen sei ein herzliches Dankeschön geschrieben.
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  • Kommentar von N. Humke, koblenz
    es wird in der CH halt viel zu wenig ausgebildet und die Firmen müssten- wie überall in D.- die Weiterbildung zur Pflicht machen und auch bezahlen. Hier gibt es auch ein gesetzlichen Anspruch auf bezahlten Bildungsurlaub usw. So haben Firmen auch wenig Schwierigkeiten gutes Personal zu bekommen. Oder die CH werben es ab. Hoppla, geht ja bald nimmer.
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