Lehren aus Sexismus-Fall beim ewz

Die Untersuchung von drei Fällen von sexueller Belästigung beim Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) lief schlecht. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Geschäftsprüfungskommission des Zürcher Gemeinderats. Das Parlament hat den Bericht nun abgesegnet - gegen reichlich Widerstand von links.

Zwei Firmentafeln des EWZ an einer Hausecke, eine in der Sonne, eine im Schatten Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Schattenseiten beim ewz: Die Reaktion auf drei Sexismus-Fälle war mangelhaft. Keystone

Drei Mitarbeiterinnen des Zürcher Elektrizitätswerks waren während zwei Jahren verbal sexuell belästigt worden, unter anderem von einem Vorgesetzten. Im Sommer 2012 leitete das ewz deshalb eine Untersuchung ein. Das Verfahren lief schleppend, die Opfer waren schlecht betreut und kündigten schliesslich ihre Stelle. Die Geschäftsprüfungskommission des Zürcher Gemeinderats verfasste in der Folge einen Bericht mit Verfahrensempfehlungen.

Der Gemeinderat hat den Bericht nun mit 65 zu 48 Stimmen zur Kenntnis genommen. Er verlangt vom Stadtrat, die Empfehlungen der GPK umzusetzen. Die Kommission empfiehlt etwa, die Ombudsstelle in entsprechenden Fällen vermehrt einzubeziehen. Die involvierte Fachstelle für Gleichstellung habe es dagegen verpasst, die Rat suchenden Frauen angemessen zu unterstützen, lautet ein Kritikpunkt des Berichts.

Linke wehrten sich vergeblich

SP und AL wollten den Bericht zurückweisen, da er zu wenig genau sei und der Fachstelle für Gleichberechtigung Kompetenzen entziehe. Aus demselben Grund empfahlen die Grünen, den Bericht nur ablehnend zur Kenntnis zu nehmen. Bei SVP, FDP, CVP und GLP verfingen diese Argumente aber nicht.