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Zwei aus Papier ausgeschinttene Kinderköpfe mit englischen Sprechblasen an einer Schulzimmerscheibe
Legende: Mit mehr als einer Fremdsprache sind Primarschüler überfordert, sagen die Initianten. Keystone
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Zürich Schaffhausen Lehrer lancieren Volksinitiative für nur eine Fremdsprache

Zürcher Lehrerinnen und Politiker lancieren eine Volksinitiative, die für nur eine Fremdsprache in der Primarschule eintritt. Ob Französisch oder Englisch, soll der Regierungsrat entscheiden.

Die Initiative will den Fremdsprachenunterricht staffeln und erst in der Oberstufe mit der Zweitsprache beginnen, dann dafür intensiv. Nach Ansicht des Initiativkomitees gelingt frühes Sprachenlernen nur unter optimalen Voraussetzungen. Die Primarschule könne diese bei vertretbarem Aufwand nicht bieten.

Bescheidene Resultate...

Untersuchungen zeigten zudem, dass der frühe Fremdsprachenunterricht nur sehr bescheidene Resultate bringe. Der Erfolg stehe in keinem Verhältnis zum geleisteten pädagogischen und finanziellen Aufwand, sagten die Initianten an einer Medienkonferenz. Überhaupt müsse der Bildungsauftrag der Primarschule genau geprüft werden. Mit fremdsprachlicher Naturkunde und Geografie werde höchstens erreicht, dass der Unterricht an Substanz verliere und das Deutsch zu kurz komme.

...und zunehmend Stress

In ihrer Meinung bestärkt wurden die Initianten durch den Kinder-, Jugend- und Schularzt Hannes Geiges aus Rüti. Das Prinzip «je früher desto besser» gelte beim Fremdsprachenunterricht in der Primarschule nicht, sagte er. Zwei Lektionen pro Woche und Fremdsprache seien zu wenig und demotivierten jene, die nicht so sprachbegabt seien. Dass psychische Probleme und Stress bei Primarschülern zunähmen, sei auch eine Folge des doppelten Fremdsprachenunterrichts.

Audio
Eine Fremdsprache soll genügen (26.2.2015)
02:43 min
abspielen. Laufzeit 2 Minuten 43 Sekunden.

Die Fremdspracheninitiative stammt von Mittelstufe-Lehrkräften um den ehemaligen Zürcher Bildungsrat und EVP-Kantonsrat Hanspeter Amstutz. Unterstützt wird das Begehren von der Gruppe «Zürcher Kantonale Mittelstufe», vom «Forum Kindgerechte Schule» und vom «Verein Schule mit Zukunft». Alle drei Gruppierungen gelten als bildungspolitisch eher konservativ. Eine ähnliche Initiative, lanciert von der SVP, läuft zurzeit im Kanton Nidwalden.

Schon 2006 Initiative lanciert

Der «Verein Schule mit Zukunft» erzwang 2006 im Kanton Zürich eine Abstimmung über das Frühfranzösisch. Damals sprachen sich 60 Prozent der Stimmenden für Französisch an der Primarschule aus. Heute wird an den Zürcher Primarschulen Englisch ab der zweiten Klasse und Französisch ab der fünften Klasse unterrichtet. Die Unterschriftensammlung für die neue Volksinitiative für nur eine Fremdsprache beginnt voraussichtlich im Juni.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von M. Steiner , Winterthur
    Allenorts beklagt unsere Gesellschaft die Auswirkungen der globalisierten Gleichmacherei. Nun hat sie auf der Ebene der Verständigung auch unsere Schulen erreicht. In einer Zeit nota bene, wo es den Leuten wieder zunehmend wichtig erscheint, irgend eine Art nationale, regionale oder sonstwie geartete Identität in diesem Einheitsbrei zu etablieren.Daran ist nichts falsches, denn Respekt und Akzeptanz im gegenseitigen Umgang finde ich besser als vermeintlich bequeme Normierung. Englisch? Chabis!!!
  • Kommentar von Mick , ZH
    Ja schafft endlich das Französisch in der Primar ab. Englisch ist die Sprache die in der Welt gesprochen wird. Mich würde es auch nicht stören wenn die Rmandie kein Deutsch mehr lernen würde. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass ich nach 5 Jahren Franz nicht mehr alls ein "wie heisst du" mehr kann. Auch weil ich es einfach nicht brauche
    1. Antwort von Thomas Leu , Adetswil
      @ Mick: Wahrscheinlich waren Sie ein brillanter Mathematiker! Das brauchen Sie jetzt sicher jeden Tag. Man solle ja nicht zu viel lernen, oder?
  • Kommentar von Thomas Leu , Adetswil
    5 Jahre nach Start des Projekts "Lehrplan 21" kommen jetzt noch die Zürcher Lehrer, wie die alte Fasnacht. Das ist doch reichlich spät und unprofessionell. Zudem, wenn feststeht, dass der frühe Fremdsprachenunterricht nicht viel bringt, dann bringt wenigstens den Mut auf und entscheidet Euch bitte, falls ihr die Schweiz liebt, für Frühfranzösisch. Französisch ist eine nationale Sprache. Wir wollen keinen Sprachenstreit. Ich kann englisch und französisch gut, obwohl ich nicht frühgefördert wurde.