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Nach Grossbrand in Zürich Häuser erhalten oder alles neu bauen?

Die drei Häuser, die den Flammen zum Opfer fielen, stehen teilweise unter Denkmalschutz. Soll man sie wieder aufbauen?

Alte geschmückte Hausfassade vor ausgebranntenm Dachstock
Legende: Retten, abreissen oder rekonstruieren? Die Fassade eines der zerstörten Häuser in Zürich. Keystone

Ein Abriss auf Vorrat komme nicht in Frage, heisst es auf Anfrage des «Regionaljournals» beim Zürcher Amt für Städtebau. Geschützt sind bei den drei Häusern, deren Dachstöcke ausgebrannt sind, aber nur die Fassaden. Das Hausinnere, das durch das Löschwasser zerstört und nicht mehr benutzbar ist, kann also neu konzipiert und aufgebaut werden.

Ein Abriss auf Vorrat geht in einer solchen Situation nicht.
Autor: Katrin GüglerZürcher Amt für Städtebau

Soll man Fassaden erhalten oder wenn nötig neu aufbauen? Grundsätzlich nein, denn Rekonstruktionen kämen einer Geschichtsklitterung gleich und seien im Denkmalschutz verpönt, heisst es beim Stadtzürcher Heimatschutz. Denkmalschutz lasse sich nur mit Originalsubstanz betreiben. Im aktuellen Fall jedoch dränge sich eine Ausnahme auf.

Rekonstruktionen sind im Grunde genommen Geschichtsklitterung.
Autor: Barbara TruogStadtzürcher Heimatschutz

Denn Stadt und Heimatschutz sind sich einig: Die drei Häuser am Zürcher Bahnhofplatz sind für Zürich repräsentativ und auch wichtig für das gesamte Stadtbild. Wenn immer möglich will man deshalb die alten Fassaden retten und das Innere der Häuser neu bauen.

Man kann die historische Stadt mit heutigen Mitteln weiterbauen.
Autor: Daniel BosshardBund Schweizer Architekten BSA

Anders sieht es der Bund Schweizer Architekten. Ein moderner Ersatz sei an diesem Ort durchaus möglich. Es gebe heute Mittel und Möglichkeiten, Neubauten zu erstellen, die ihre historische Umgebung respektierten. Als Beispiel nennt der BSA die Zürcher Kunsthauserweiterung und die Pläne zur Umgestaltung des Schauspielhauses.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Naja, die Sandstein-Elemente werden auch bei historischen Fassaden häufig ersetzt, da hat niemand etwas dagegen; im Gegenteil, es gibt sogar Geld von Seiten des Heimatschutzes. Insofern verwundert dessen Aussage schon etwas. Persönlich denke ich, ist es kein Problem, die zeitlosen, ansprechenden Fassaden stehen zu lassen und das Innenleben neu zu gestalten, denn heutige Architekten bringen kaum so etwas zustande. Siehe Aarauer Bahnhofstrasse: Seit 50 Jahren ein Schandbau nach dem andern.
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  • Kommentar von Peter Amthauer (Peter.A)
    Ich gehe davon aus, dass die Fassade erhalten bleibt, um das Stadtbild an diesem repräsentativen Ort zu erhalten. Also sollte keine Investorenarchitektur zum Zug kommen, sondern das übergeordnete Interesse der Stadt Zürich im Vordergrund stehen. MfG
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  • Kommentar von Urs Heim (Ursus)
    Ja keine panta rhei-Neubauten!-Auch wenn die lokale Architekturgilde die Nasen rüpft und stänkert, an diesem Standort soll das Stadtbild so bleiben wie es war, wenn nötig mit einer 1:1 Rekonstruktion. Für neue Akzente stehen die Neubaugebiete im Westen und Osten der Stadt, wie Zürich Altestetten oder Oerlikon zur Verfügung. Im Zentrum wo der Tourismus blüht braucht es keine Glastürme oder Sichtbetonquader um irgendwelche Archidekurpreise zu erlangen. Das mag konservativ sein- sei‘s drum !
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