Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio ETH entlässt Professorin abspielen. Laufzeit 02:21 Minuten.
Aus Echo der Zeit vom 15.07.2019.
Inhalt

Nach Mobbing-Vorwürfen ETH-Rat entlässt erstmals eine Professorin

  • Der ETH-Rat entlässt die Professorin Marcella Carollo am ehemaligen Institut für Astronomie.
  • Der Rat hält die Vorwürfe gegen Carollo für gerechtfertigt, wie er mitteilte.
  • Es ist die erste Entlassung einer Professorin oder eines Professors in der 164-jährigen Geschichte der Eidgenössichen Technischen Hochschule.

Der ETH-Rat und die Institutionen der ETH würden sich für einen «respektvollen Umgang miteinander» einsetzen, heisst es in einer Mitteilung. Die Schulleitung hatte im März dem ETH-Rat einen Antrag auf Entlassung der Professorin gestellt.

ETH-Rat stützt Entscheid der ETH Zürich

Der ETH-Rat halte die Vorwürfe gegen die betroffene Person für gerechtfertigt und nicht mit den Erwartungen an die Betreuung von Doktorierenden und der ETH-Kultur vereinbar, heisst es weiter. Der Professorin wurde vorgeworfen, ihre Macht gegenüber Doktorierenden ausgenutzt zu haben.

Man habe der Professorin rechtliches Gehör gewährt und dabei ihre Stellungnahmen und auch frühere Untersuchungen gewürdigt, schreibt der ETH-Rat. Nach ausführlicher Diskussion habe der Rat an seiner Sitzung vom 10./11. Juli entschieden, dem Entlassungsantrag zu folgen.

Langes Hin und Her

Der Konflikt um die Professorin Carollo zieht sich schon über mehrere Jahre hin. Doktorierende hatten immer wieder über Demütigungen, mangelnden Respekt, emotionalen Druck und mangelnde Betreuung geklagt. Im Sommer 2017 wurde das Institut nach weiteren Unstimmigkeiten stillgelegt.

Kurz darauf entschied der ETH-Rat, dass die Vorgänge und Vorwürfe am Institut des Departements für Physik näher untersucht werden müssen. Diese Administrativuntersuchung förderte letztes Jahr schliesslich «ungenügendes Führungsverhalten und schwerwiegendes pflichtwidriges Verhalten» zutage. Eine Aufhebung des Arbeitsverhältnisses wurde empfohlen.

Entlassung entgegen Kommissionsempfehlung

Die ETH leitete in der Folge ein Kündigungsverfahren gegen Carollo ein und setzte eine Kommission zur Prüfung der Angemessenheit ein. Diese empfahl die Entlassung aus juristischen Gründen nicht, hielt aber gleichzeitig fest, dass die Vorwürfe an die Frau weitgehend zutreffen würden. Sie zeige keine Einsicht und dürfe eigentlich nie mehr Doktorierende betreuen.

Eine weitere ETH-Physikprofessorin erhob daraufhin gegenüber dem Online-Magazin «Republik» schwere Vorwürfe gegen die ETH. Sie warf der Hochschule unter anderem Korruption und Sexismus vor. Ein externer Bericht entlastete die ETH jedoch von den schweren Vorwürfen.

Die ETH beantragte entgegen den Empfehlungen der Entlassungskommission beim ETH-Rat die Entlassung Carollos. Dieser hiess den Antrag nun gut.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von James Klausner  (Harder11)
    Nun, bereits zu meinen Studentenzeiten tat man besser daran, sich die Allüren und Eigenheiten der Professoren gefallen zu lassen. Da konnte man wählen zwischen sich fügen oder sehen wo man bleibt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Auch ProfessorenInnen können sich in Machtansprüche versteigen. Demütigungen, wie es oben heisst, gegenüber Doktoranden, die sich frei entfalten möchten, sind natürlich unangebracht. Also: Die Möglichkeit, jemanden zu entlassen, darf auch vor ProfessorenInnen nicht Halt machen. Diese sind nicht besser als "Hilfsarbeiter" an irgendeiner Stelle - als Strassenarbeiter oder so.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Verena Eberhard  (Verena Eberhard)
    Sehr wahrscheinlich wird das teuer. Aber wenn ich die verschiedenen Artikel lese in den Schweizer Zeitungen wundere ich mich wieso diese Frau überhaupt eingestellt wurde. Dass sich nun wieder Feministinnen einmischen ist für mich auch sehr fragwürdig.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen