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Zürich Schaffhausen «Neue Atomkraftwerke sind für Zürich keine Option mehr»

Der neue Energieplanungsbericht des Kantons Zürich zeigt auf, wie die Stromversorgung der Zukunft aussehen soll. Auf Atomstrom will die Regierung nicht mehr setzen. Stattdessen soll der Energieverbrauch weiter gesenkt werden.

Atomkraftwerk Gösgen
Legende: Der Atomausstieg ist beschlossene Sache. Der Zürcher Regierungsrat hegt Zweifel an der Umsetzbarkeit. Keystone

Energiepolitisch sei der Kanton Zürich auf gutem Weg, heisst es im neuen Energiebericht des Kantons Zürich. So ist seit 2010 der Verbrauch der Gesamtenergie leicht gesunken, obwohl Bevölkerung wie auch Ansprüche gestiegen sind.

«Politik der kleinen Schritte»

Atomkraftwerke sollen noch so lange laufen, wie sie sicher betrieben werden können. Neue soll es keine mehr geben. Um eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten, soll deshalb der Energieverbrauch weiter gesenkt werden.

Der zuständige Regierungsrat Markus Kägi will dabei die «Politik der kleinen Schritte» weiter verfolgen. Handlungsmöglichkeiten sieht er vor allem mit verschärften Energiebestimmungen für neue Gebäude oder Begünstigung CO2-armer Verkehrsmittel.

Der Handlungsspielraum des Kantons sei aber klein, betonte Kägi gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen», da immer mehr Kompetenzen im Energiebereich beim Bund liegen würden.

Zweifel an den Zielen des Bundes

Der Bund hat der Schweiz ein ehrgeiziges Ziel verordnet: Bis im Jahr 2050 soll der CO2-Austoss auf rund 1 Tonne pro Person und Jahr sinken. Heute liegt er bei 5 Tonnen. Regierungsrat Markus Kägi zweifelt jedoch daran, ob dieses Ziel ohne Atomstrom erreicht werden kann. Der Kanton Zürich hat sich deshalb mehr Spielraum gelassen: Der CO2-Austoss soll nur auf rund 2 Tonnen pro Person und Jahr sinken.

Der Energieplanungsbericht 2013 ersetzt denjenigen aus dem Jahr 2010. Er berücksichtigt die nach «Fukushima» erfolgten Änderungen der Energiepolitik des Bundes sowie aktuelle Entwicklungen im Energiebereich. Der Bericht wird dem Kantonsrat zur Genehmigung vorgelegt.

Reaktionen der Parteien

Die Haltung des Baudirektors kommt nicht bei allen gleich gut an: Während FDP und SVP Markus Kägi für seinen Realismus loben, finden SP, Grüne und Grünliberale den Energiebericht enttäuschend und die Haltung der Regierung zu zögerlich.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Bechtel, Bülach
    Titel stimmt so nicht, Kägi sagte deutlich in der Forderung an den Bund: Kernenergieforschung international abstimmen, auf sichere Nutzung der Technologie zielen! Weiter sagte er dass Kernenergieabfälle aus dem Endlager gepudelt werden können und genutzt werden können bis sie Strahlungsfrei sind. Ich persönlich bin überzeugt dass die Energiewende ist ohne Kernenergie gar nicht möglich ist, dies ist eine einfache Milchbüechlirechnung wegen Speicherung von Solar und Windenergie
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  • Kommentar von Nin Guna, Zürich
    Die Linksgrünen sind offensichtlich stolz, dass verschiedene, viel Energie verbrauchende, Unternehmen aus ZH weggezogen sind. Denn nur dann nimmt der Verbrauch ab. Der durchschnittliche Verbrauch im Haushalt nimmt weiter zu, PC, Elektrovelo/auto und Wärmepumpe sei Dank. Sich weiterhin der Illusion einer AKW-freien Stromversorgung hinzugeben, können sich nur Regierungen erlauben, die keine anderen Probleme haben. Oder es zumindest meinen.
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  • Kommentar von W. Pip, ZH
    Im Schnitt (!) wuchs letztes Jahr die ZH-Bevölkerung um 1,1%. Will heissen: Alle 4-5 Jahre muss jeder und jede 5% Energie zusätzlich einsparen, damit wir per Saldo nicht mehr verbrauchen und unsere Gesellschaft nicht ins Energie-Off knallt. Und dazu sollen wir noch eine Nettoeinsparung erzielen oder gar dem dummen Geschwätz der 2000-Watt-gesellschaft begeistert folgen? Nachtigall ick hör dir trappsen…
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