Neue Kantonsschulen Werden die stadtzürcher Gymnasien jetzt entlastet?

Am Zürichsee entstehen zwei neue Gymnasien. Wie sich die Schülerinnen und Schüler in Zukunft verteilen, ist ungewiss.

Jugendliche vor der Schule schauen aufs Handy Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wer im Kanton Zürich ins Gymi will, kann die Schule selber wählen. Die Kantonsschulen stehen in gewisser Konkurrenz. Keystone

Im Moment müssen viele Gymnasiastinnen und Gymnasiasten, die am linken oder rechten Zürichseeufer wohnen, in die Stadt Zürich pendeln. Die stadtzürcher Schulen kommen dadurch häufig auch an ihre Kapazitätsgrenzen. Gewisse Schülerinnen und Schüler müssen jedes Jahr auch umgeteilt werden.

Mit den neuen Kantonsschulen in Wädenswil und Uetikon am See sollen die Stadtzürcher Mittelschulen und auch der öffentliche Verkehr entlastet werden, weil weniger Schülerinnen und Schüler nach Zürich pendeln müssten. Weil im Kanton Zürich freie Schulwahl gilt, ist jedoch ungewiss, wie sich die Schülerinnen und Schüler in Zukunft auf die Schulen verteilen werden und ob die neuen Schulen auch auf genügend Interesse stossen. Erfahrungswerte gibt es noch keine.

«  Besonders bei den unteren Klassen ist es für Kinder und Eltern wichtig, dass der Schulweg kurz und sicher ist. »

Hans Jörg Höhener
Stellvertrender Leiter Zürcher Mittelschulamt

Man sei aber überzeugt, dass die neuen Kantonsschulen in Wädenswil und Uetikon am See viele Schüler anlocken werden, sagt Hans Jörg Höhener, stellvertretender Leiter des Zürcher Mittelschulamtes. «Besonders bei den unteren Klassen im Langzeitgymnasium ist es für Kinder und Eltern wichtig, dass der Schulweg kurz und sicher ist».

Ausserdem sei vorgesehen, dass die beiden neuen Schulen jeweils alle Profil-Richtungen anbieten. So könne verhindert werden, dass Schülerinnen und Schüler aufgrund der Pofil-Wahl in ein stadtzürcher Gymnasium müssten, sagt Höhener.

Konkurrenz oder Entlastung?

Ob die neuen Schulen eine Entlastung oder gar eine Konkurrenz für die stadtzürcher Kantonsschulen seien, sei schwer abzuschätzen, heisst es bei den Rektoren. «Zuerst ist es wahrscheinlich eher eine Konkurrenz, später dann eine Entlastung, weil die Anzahl Schüler stetig steigt», sagt etwa Konrad Zollinger, Rektor der Kantonsschule Hohe Promenade in Zürich.

«  Entscheiden wird dabei auch sein, ob die Eltern ihre Kinder lieber in eine neue oder eine bewährte Schule schicken wollen. »

Beat Gyger
Rektor Kantonsschule Freudenberg

Ins gleiche Horn bläst auch Beat Gyger, von der Kantonsschule Freudenberg im Zürcher Enge Quartier. In seiner Schule kommen heute viele aus den Gemeinden am linken Zürichseeufer. Ob diese in Zukunft eher in die neue Kantonsschule Zimmerberg in Wädenswil gehen, sei schwer abzuschätzen. «Entscheiden wird dabei auch sein, ob die Eltern ihre Kinder lieber in eine neue oder eine bewährte Schule schicken wollen.