Neue Verkehrsregeln für Jucker-Farm in Seegräben

Des einen Freud, des andern Leid: Der Erlebnisbauernhof Jucker Farm in Seegräben ist ein beliebtes Ausflugsziel. Dies führt an Spitzentagen dazu, dass die Gemeinde am Pfäffikersee im Verkehr erstickt. Nun soll unter anderem ein Fahrverbot Abhilfe schaffen.

Ein Schwimmer, gestaltet aus Kürbissen, auf dem Juckerhof in Seegräben. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Kürbis-Festival bei Jucker Farm: ein Besuchermagnet, der vielen Einwohnern ein Dorn im Auge ist. Keystone

Die Diskussion über das Verkehrsproblem beim Juckerhof in Seegräben läuft schon lange. Besonders prekär gestaltet sich die Situation jeweils rund um das grosse Kürbis-Festival im Herbst.

Die Parkplätze der Gemeinde reichen an Spitzentagen bei weitem nicht aus. Zudem reisen nur wenige Besucher mit dem öffentlichen Verkehr an. Dies führt dazu, dass viele Automobilisten ihre Fahrzeuge an illegalen Orten oder auf Feldwegen parken.

Die Gemeinde Seegräben hat bereits 2014 reagiert und strengere Regeln für den Erlebnisbauernhof verabschiedet. Sie führte eine Bewilligungspflicht für Grossveranstaltungen ein. Im letzten Frühling dann hat sich auch der Kanton in die Diskussion eingeschaltet – und eine Zukunftswerkstatt lanciert, um eine langfristige Lösung für das Verkehrsproblem zu finden.

Sperrung an Spitzentagen

Nun liegen die Ergebnisse und die daraus resultierenden weiteren Massnahmen vor: An sonnigen Sonntagen im Herbst sperrt die Gemeinde Seegräben den Dorfkern. Diese «Phase rot» solle als Pilotversuch bis Ende Jahr erprobt werden, um Erfahrungen für die Zukunft zu gewinnen, teilen Kanton und Gemeinde in einergemeinsamen Mitteilung mit.

Zudem würden keine Ausnahmebewilligungen mehr erteilt für Privatpersonen, die gegen Gebühr Parkplätze anbieten. Weiter will die Gemeinde prüfen, wie sie den Fussweg vom Bahnhof Aathal attraktiver gestalten könnte, und wie sich der Juckerhof besser mit dem ÖV erschliessen liesse.

Die Jucker Farm selber begrüsst die neuen Massnahmen. «Wir finden alles gut, wenn es hilft, das Problem bei den Wurzeln zu packen», erklärt Verwaltungsratspräsident Martin Jucker auf Anfrage des «Regionaljournals».

70 Prozent nehmen das Auto

Grundlage für die Massnahmen bildet eine Besucherumfrage der Hochschule Rapperswil. Diese ergab, dass rund 70 Prozent aller Hofbesucher mit dem Auto anreisen. Gleichzeitig würde eine Mehrheit ein besseres ÖV-Angebot begrüssen. Befragt hat die Hochschule zwischen Mai und Dezember 2015 rund 2200 Besucher von Seegräben.