Zürcher Gemeinderat Niklaus Scherr: Ein politisches Urgestein tritt ab

Er ist der amtsälteste Gemeinderat im Stadtparlament von Zürich. Nach 38 Jahren ist nun Schluss: Niklaus Scherr tritt zurück und macht einem jüngeren Mitglied der Alternativen Liste Platz. Auf anderen politischen Bühnen will er aber aktiv bleiben.

Niklaus Scherr flankiert von Mitstreitern an einem Medienauftritt des Komitees Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Niklaus Scherr hat auch auf der nationalen Bühne mitgemischt: z.B. im Komitee zur Abschaffung der Pauschalbesteuerung. Keystone

Schon viermal hat Niklaus Scherr als Alterspräsident im Zürcher Gemeinderat eine neue Legislaturperiode eröffnet. Ein fünftes Mal wird es nun nicht mehr geben. Am 18. Januar 2017 ist für den amtsältesten Zürcher Gemeinderat definitiv Schluss.

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Der Nachfolger

Portrait

David Garcia Nuñez zvg AL

Der Rücktritt von Niklaus Scherr erfolgt in Absprache mit der Fraktion und dem Vorstand der AL. Für ihn rückt der 41-jährige Arzt David Garcia Nuñez in das Zürcher Stadtparlament nach. Nuñez arbeitet am Universitätsspital Basel.

Neunmal wiedergewählt

Angefangen hat Scherr seine politische Karriere in den 70-er Jahren bei den Progressiven Organisationen Schweiz POCH. 1978 rückte er als Vertreter dieser Partei der 68er-Bewegung in den Zürcher Gemeinderat nach.

Von langer Hand geplant

Nach dem Ende der POCH gehörte er 1990 zu den Gründern der Nachfolgeorganisation «Alternative Liste». Schon als er 2014 zu seiner neunten Wiederwahl antrat, sei für ihn klar gewesen, dass er die Legislatur nicht zu Ende machen wird, sagt er im Interview mit dem «Regionaljournal».

«  Ich höre nicht auf politisch aktiv zu sein. Aber diese Bühne, die verlasse ich jetzt. »

Niklaus Scherr
Gemeinderat Alternative Liste

Als politikmüde will sich das politische Urgestein nicht bezeichnen. Das Parlament ist aber nur eine von vielen Hochzeiten, auf denen Niklaus Scherr tanzt. Er bleibe politisch aktiv, versichert der 72-Jährige: Als Aktivist, Blogger, Buchautor, Campaigner und Gesprächspartner an Podien. Der scharfzüngige Basler, der auch nach mehr als 40 Jahren in Zürich seinen Dialekt nicht abgelegt hat, wird also auch in Zukunft in der Zürcher Politik mitmischen.