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Wo sich die Podcastszene treffen soll
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 21.11.2019.
abspielen. Laufzeit 05:20 Minuten.
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Offensive auf die Ohren Junge Zürcher wollen die Podcast-Szene aufmischen

Das Kraftwerk ist seit Längerem ein Treffpunkt für die Zürcher Startup-Szene. Gleich beim Bahnhof Selnau, schön an der Sihl gelegen, arbeiten im ehemaligen Elektrizitätswerk auf fünf Stockwerken junge Unternehmerinnen und Unternehmer an ihren Projekten.

Diese Woche kam mit dem «Podcast Tower» das jüngste dazu. Nico Leuenberger und seine Mitstreiter haben die Arbeit aufgenommen. Das Studio soll mehr sein als ein Ort um Aufnahmen zu machen: «Hier sollen sich Podcasterinnen und Podcaster vernetzen.»

Ein Mann mit Dreitagebart und kurzen braunen Haaren sitzt vor einer Wand mit der grossen Aufschrift: Podcast Tower.
Legende: Nico Leuenberger in seinem frisch bezogenen Studio. SRF

Leuenberger arbeitete früher bei Privatradios, dann gründete er mit Katarina Hagstedt vom Schweizer Podcast Club dieses neue Studio. Finanziert wurde es von verschiedenen Stiftungen.

Das Herzstück ist die kleine, schalldichte Aufnahmekabine mit modernster Audio-Ausrüstung. Dieses können Leute mieten um ihre Podcasts aufzunehmen. Damit sie endlich nicht mehr am Küchentisch produzieren müssten: «Wenn es ständig scherbelt und knackt, vergeht mir die Lust am Zuhören», so Nico Leuenberger.

Bei ihnen stimme die Qualität – und sei nicht nur für Profis erschwinglich. Ein Franken pro Minute kostet die Studiomiete. Ein Angebot, das beispielsweise von drei Jungmüttern genutzt wird.

Drei Frauen sitzen auf einer Bank, die eine hat ein Kind auf dem Knie, rechts von ihnen steht ein anderes kleines Kind.
Legende: Die drei Journalistinnen, Mütter und Podcasterinnen: Sereina Tanner, Nadine Sommerhalder und Jenni Herren produzieren «It’s a Mom’s World». SRF

Die drei Frauen haben sich bei Radio 24 kennengelernt und plaudern nun in ihrem Podcast über verschiedene Aspekte des Mutterseins.

Damit sind sie nicht alleine. Für junge Eltern macht Pro Juventute einen Podcast, auch SRF hat mit Pipifax etwas im Angebot. Aber auch sonst ist die Schweizer Podcastszene in den vergangenen Jahren stark gewachsen: Filmbesprechungen, Gastrokritiken, Musiktipps und Lebenshilfen für alle Lagen sind abrufbar.

An dieser Entwicklung sei auch Radio SRF mitverantwortlich, so Nico Leuenberger: «Der Podcast «Edi – Leben am Limit» war ein Meilenstein. Er hat ganz viele neue Hörerinnen und Hörer zum Format Podcast gebracht.

Angebot von SRF

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Auch SRF stellt verschiedene Podcasts zur Verfügung. Von True Crime über Sporttalks bis zu Hintergrundgeschichten finden Sie alle Angebote auf dieser Plattform.

Auch die Zeitungen sind mittlerweile auf den Geschmack gekommen. So startet beispielsweise die NZZ im kommenden Jahr einen täglichen Polit-Podcast. Und die «NZZ am Sonntag» hat mit der Serie Sihlquai , Link öffnet in einem neuen Fensterauch bereits um die Gunst des wachsenden Podcast-Publikums gebuhlt.

Produziert hat diese Serie rund um ungeklärte Mordfälle auf dem ehemaligen Zürcher Strassenstrich This Wachter. Er hat sich bereits vor Jahren auf das Genre Podcast spezialisiert.

Ein Mann mit Brille steht vor einer Säule und lächelt mit geschlossenem Mund in die Kamera.
Legende: This Wachter war einer der ersten Deutschschweizer, der auf Podcasts gesetzt hat. SRF

Eine gute Idee reiche allerdings noch nicht für den Erfolg. Es brauche auch die nötigen finanziellen Mittel, so der Podcast-Pionier Wachter. Dabei könne das Geld von ganz unterschiedlichen Orten kommen: «Das können Stiftungen sein oder Verlagshäuser. Aber auch Bildungsinstitutionen wie die ETH investiert in solche Formate.»

Eine Goldgrube sind solche Podcasts im kleinräumigen Werbemarkt der Deutschschweiz aber noch nicht. Und dennoch glaubt This Wachter daran, dass sich dieses Format etablieren wird – dabei helfe sicher auch der neueröffnete «Podcast Tower».

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Martin Ebnöther  (ventilator@semmel.ch)
    Stolze Preise haben die! Mein dreistündiger Podcast (Hackerfunk) würde pro Monat rund 200 Franken kosten.

    Aber das ist so diese typische Radiodenke, dass Sendungen maximal eine Stunde dauern dürfen, weil das Publikum ja nicht mehrere Stunden ein Thema vertieft haben will. Dabei ist genau DAS die Stärke von Podcasting, dass es da eben keine Zeitbeschrönkung gibt.

    Ich frage mich, ob die Macher dieses Towers je einen Podcast wie z.B. CRE oder Methodisch Inkorrekt gehört haben?
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