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Zürich Schaffhausen Quereinsteiger-Studium: In drei Jahren auf die Pfarrkanzel

Die reformierte Kirche des Kantons Zürich macht Ernst mit ihren Plänen für eine Quereinsteiger-Ausbildung: Bereits ab Herbst 2015 soll es ein dreijähriges Kurzstudium für Pfarrer geben.

Gottesdienst in der reformierten Kirche Thalwil
Legende: Mit einem kürzeren Studiengang möchte die reformierte Kirche das Potenzial der Quereinsteiger besser nutzen. Keystone

Die reformierte Kirche leidet seit längerem an einem eklatanten Pfarrermangel - eine Situation, die sich zusehends verschärft. Einerseits kann der fehlende Nachwuchs nicht mehr mit jungen Theologiestudierenden abgedeckt werden, auch nicht mit Pfarrleuten aus Deutschland, denn der Strom der Zuwanderer ist versiegt. Andererseits erreichen in den nächsten Jahren viele reformierte Pfarrer in der Schweiz das Pensionsalter, so auch im Kanton Zürich.

Die reformierte Kirche setzt deshalb unter anderem auf Quereinsteiger. Für sie ist das regulären Vollzeit-Theologiestudium, das im Schnitt sechs Jahre dauert, allerdings zu aufwändig. Das interkantonale Ausbildungskonkordat, dem auch die reformierte Kirche Zürich angeschlossen ist, will Quereinsteigern deshalb einen kürzeren Weg in den Pfarrberuf ebnen. Das neue Masterstudium soll sich in drei Jahren als 50-Prozent-Pensum absolvieren lassen. Daneben können Studierende weiterhin einer regulären Arbeit nachgehen.

Hürden sind immer noch hoch

Um das verkürzte Studium in Angriff zu nehmen, sind viele Voraussetzungen nötig. So braucht es zum Beispiel ein Erststudium mit Master-Abschluss, mindestens fünf Jahre Erfahrung in einem Beruf und erfolgreich bestandene Kurse in Hebräisch und Griechisch. Anschliessend an das Studium folgt ein einjähriges Vikariat. Eine Schnellbleiche sei es deshalb nicht, sagen die Verantwortlichen.

Falls die Umsetzung des Lehrgangs reibungslos klappt, sollen bereits ab 2019 die ersten Pfarrerinnen und Pfarrer mit verkürztem Studium ein Pfarramt übernehmen können. Das Kurzstudium ist ein sogenanntes MAS (Master of advanced studies) und soll von den Universitäten Zürich und Basel für die ganze Deutschschweiz angeboten werden - mit Ausnahme von Bern, Jura, und Solothurn, die bereits ein ähnliches Angebot haben.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Es stellt sich meines Erachtens die Frage wieviele Pfarrer man dadurch "gewinnt" und ob man nicht gleich konsequent allen Maturanten eine Pfarrerzulassung erteilt. Wobei, an manchen Schulen wird m.E. wort wörtlich den Schülern den Glauben an Gott ausgetrieben und durch den Glauben ans Geld, Macht und Beliebt-sein ersetzt. Und so wird es immer einen Pfarrermangel geben. Wobei, wieviele Gläubige besuchen noch die Kirche am Sonntag?
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  • Kommentar von Matthias Bachmann, Zürich
    Kleine Korrektur: Nicht die Zürcher Kirche, sondern das Konkordat plant diese Quereinsteiger-Ausbildung. Im Konkordat sind alle reformierten Deutschschweizer Kantonalkirchen mit Ausnahme von Bern zusammengeschlossen, um die Zulassung zum Pfarramt gemeinsam zu regeln.
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  • Kommentar von kari huber, surin
    Bewundernswert! Jeder, der sich mit illusionären Federn schmücken will, kann auch eine Sekten-Schnellbleiche machen. Weit weniger Aufwand und vieeeel mehr Bewunderung für den Zukurzgekommenen, der jemand sein möchte.
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