Schulzahnpflege Schaffhausen: Sparidee verursacht Mehrkosten

Das Schaffhauser Kantonsparlament wollte bei der Schulzahnpflege sparen: Kinder, die privat zum Zahnarzt gehen, sollen sich von der Reihenuntersuchung der Schulzahnklinik dispensieren lassen. Nun zeigt sich: Die neue Regelung ist teurer als die alte.

Ein Kind liegt mit aufgespertem Mund auf dem Zahnarztstuhl, drei Hände führe verschiedene Instrumente. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Maul auf für die Reihenuntersuchung: Das gilt in Schaffhausen ab 2014 wieder für alle Kinder. Keystone

«Keine unnötigen Doppeluntersuchungen durch die Schulzahnklinik.» Unter diesem Titel lancierten zwei Schaffhauser Kantonsräte aus der SVP und der ÖBS ihre Sparidee: Kinder sollen von der obligatorischen Reihenuntersuchung dispensiert werden, wenn sie eine Bescheinigung beibringen könne, dass sie sich einmal im Jahr privat von einem Zahnarzt untersuchen lassen.

Warnung verhallt ungehört

Die Regierung warnte schon 2011 vor unnötiger Bürokratie. Eine Mehrheit des Parlaments fand die Idee aber einen Versuch wert und unterstützte den Sparvorschlag und die Regierung setzte ihn um. Die neue Regelung gilt seit zwei Jahre. Dabei habe sich gezeigt «dass kein Einsparungen möglich sind, sondern das Gegenteil der Fall ist», schreibt der Regierungsrat Schaffhausen.

Lediglich 10 Prozent der Eltern machten überhaupt von der Möglichkeit Gebrauch, ihre Kinder von der Reihenuntersuchungen zu dispensieren, heisst es in der Mitteilung weiter: Der organisatorische Aufwand verursache Mehrkosten, die in keinem Verhältnis stehen zu den erzielten Einsparungen. Deshalb macht die Schaffhauser Regierung die neue Regelung per 1. August 2014 wieder rückgängig.