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Auch in Gebärdensprache kann man politisieren.
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 24.02.2020.
abspielen. Laufzeit 02:42 Minuten.
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Sieg im Zürcher Kantonsrat Gehörlose wollen politisch mitreden – und mithören

Weil Gehörlose häufig auch Mühe mit Lesen haben, sollen alle politisch wichtigen Informationen auch in Gebärdensprache übersetzt werden. Das hat der Zürcher Kantonsrat entschieden.

Das gab's noch nie im Rathaus. Mitten im Ratsaal sass eine Dolmetscherin und übersetzte die Debatte in Gebärdensprache. Auf der vollbesetzten Tribüne sass eine zweite. Zahlreiche Betroffene sassen dort und konnten dank dieser Übersetzerin die Debatte auch verfolgen.

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Eine Dolmetscherin übersetzte die Debatte in Gebärdensprache.
Aus News-Clip vom 24.02.2020.
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Was sie hörten – oder eben sahen – freute sie. Das Anliegen, welches der Gehörlosenbund eingebracht hatte – stiess bei den meisten Parteien auf Zustimmung.

Die Schriftsprache ist für Gehörlose wie eine Fremdsprache.
Autor: Michèle DünkiKantonsrätin SP

Michèle Dünki von der SP räumte mit einem «weitverbreiteten Missverständnis» auf, wie sie selber sagte. Nämlich, dass Gehörlose gut lesen können. Da die Schriftsprache und die Gebärdensprache ganz unterschiedlich aufgebaut sind, sei dies nicht der Fall. Im Gegenteil: «Die Schriftsprache ist für viele Gehörlose eine Fremdsprache».

Silvia Rigoni von den Grünen folgerte daraus: «Die Situation für Gehörlose ist alles andere als komfortabel, wenn es um Information und Mitbestimmung in politischen Fragen geht.»

Nur die SVP setzte dagegen. Man wehre sich nicht grundsätzlich gegen das Anliegen, die Unterstützung soll aber «im Rahmen der Verhältnismässigkeit» stattfinden, fasst Erika Zahler die Meinung ihrer Partei zusammen.

Die Meinungen waren jedoch gemacht. Der Vorstoss erhielt eine klare Mehrheit. Regierungsrätin Carmen Walker Späh versprach, dass der Regierungsrat deshalb alle wichtigen Informationen beim geplanten Neustart der kantonalen Homepage in Gebärdensprache übersetze.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen; 12:03 Uhr; sted/kueh

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2 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Sehr gut. Dass denen, die "voll bei funktionierenden Sinnen" sind, merken, dass wenn da ein Sinn "nicht funktioniert", sich ganz Andere und neue Welten öffnen und es eigentlich für 'Normalos' eine Bereicherung und sei auch nur weil da neue Kombinationen möglich werden ..... Freut mich. Denn Hören ist dermassen zentral. Ein Reminder sozusagen und wer schon im Tram mit Gehörlosen gefahren ist, die da über die mehrer Reihen hinweg miteinander kommunizierten einem besonderen Ereignis gleichkommt.
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  • Kommentar von Beat Kleeb  (Beat49)
    Hörende Kleinkinder plappern einfach nach was sie hören und entwickeln so ihre Sprache. Erwachsene Hörende erweitern ihren Wortschatz unbewusst mit allen neuen Wörtern die sie aufschnappen. Das bleibt Gehörlosen verwehrt. Gehörlose müssen die Bedeutung für jedes Wort bewusst erarbeiten. Dies ist harte, lebenslange Arbeit. Darum bleibt Deutsch für Gehörlose eine Fremdsprache. Das hat nichts mit Intelligenz zu tun. Dafür ist die Gebärdensprache der Gehörlosen eine natürliche + vollwertige Sprache.
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