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Verdichtung versus Pandemie
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 06.07.2020.
abspielen. Laufzeit 05:23 Minuten.
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Städtebau nach Corona «Ich fragte mich, wie dieser Virus Zürichs Planung verändert»

Weil die Stadt Zürich wächst, lautet das Motto: verdichtetes Bauen. Wie verträgt sich das mit den neuen Abstandsregeln?

Gemäss Modellen leben im Jahr 2040 mehr als eine halbe Million Menschen in der Stadt Zürich. Damit sie Platz finden, müssen sie enger zusammenrücken. Vor einem halben Jahr hat die Stadt deshalb den neuen, überarbeiteten kommunalen Richtplan präsentiert. Das zentrale Wort in diesem Dokument lautet: Verdichtung.

Nur wenige Wochen später kam das Corona-Virus in der Stadt an. Mit Homeoffice, Schulunterricht von zu Hause aus und den Abstandsregeln vom Tram bis in die Waschküche. Ob diesen neuen Vorgaben musste sie leer schlucken, erzählt Katrin Gügler, Zürichs oberste Stadtplanerin: «Sofort schoss mir die Frage durch den Kopf, wie dieses Virus unsere Planung in Sachen Verdichtung verändert.»

Zur Person

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Zur Person

Katrin Gügler ist seit 2017 als Direktorin des Amts für Städtebau oberste Zürcher Stadtplanerin. Sie studierte an der ETH Zürich und arbeitete anschliessend in einem Architekturbüro und an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Von 2007 bis 2016 sass sie in der Geschäftsleitung des Winterthurer Amts für Städtebau.

Planung passt, auch nach der Pandemie

Nach ersten Diskussion wich der erste Schock einer Erleichterung: «Wir merkten, dass der Plan sich mit der Erkenntnis aus der Coronakrise deckt.» Denn beim verdichteten Wohnen gehe es nicht allein um weniger Quadratmeter pro Person, so Gügler. «Es geht um die Qualität des Raumes, der kleiner wird.» Wenn der Platz geschickt eingesetzt wird, stehe die Verdichtung nicht im Widerspruch zum Abstand, der seit Corona in aller Munde ist.

Katrin Gügler macht ein konkretes Beispiel und nennt einen Gemeinschaftsraum. Normalerweise finden dort Jassnachmittage oder Kindergeburtstage statt: «In Krisenzeiten werden solche Räume existenziell. Die Bewohner können sie für Unterricht zu Hause nutzen oder als Büro fürs Homeoffice.»

Für Katrin Gügler ist deshalb klar: Die Richtung, in welche sich Zürich städteplanerisch entwickelt, stimmt. Man müsse genug Spielraum lassen um auf solche Ausnahmesituationen wie die Corona-Pandemie reagieren zu können. Aber solche Ausnahmen sollen nicht als Planungsgrundlage genommen werden: «Der kollektive Raum muss in einer Krise umgenutzt werden können. Doch wir sollten auch nicht Luft hineinpumpen ohne Ende.»

Geschickte Verdichtung verträgt sich also mit den Pandemievorkehrungen, so Güglers Fazit. Damit Zürich auch in zwanzig Jahren eine hohe Lebensqualität aufweist – in Krisenzeiten und im Normalzustand.

Regionaljournal Zürich Schaffhauen, 12.03 Uhr;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Diethelm  (Okapi)
    Die verdoppelte Aussenraumnutzung für Bars und Restaurants, ein pandemiegerechter "Umbau des öffentlichen Raums"? Wirkt etwas überzogen formuliert für eine vorübergehende, durchaus vernünftige, Massnahme, die ja keine Baubewilligung erforderte. Oder wird uns da für die Zukunft etwas anderes signalisiert?
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  • Kommentar von Andreas Diethelm  (Okapi)
    Das Quartier als Einheit, die im Pandemiefall Resilienz gewährleistet. Bin gespannt, wie diese behördl. Erkenntnis sich in Witikon auswirken wird, wo das letzte Restaurant gerade einem Renditebau Platz macht und die fast 90-jährige Hängebuche dem Bauplan im Weg steht. Dass dieses prachtvolle rare Lebenszeichen an der Witikonerstrasse kürzlich behördlich krankgeschrieben und damit zur Fällung empfohlen wurde, aus Sicherheitsgründen versteht sich, entspricht dem geläufigen Szenario und Timing.
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  • Kommentar von Martin Marbacher  (Marmar)
    Wenn Corona wirklich ein Argument gegen verdichtetes Bauen sein sollte, dann dürfte man konsequenterweise nur noch Gebäude für einzelne Haushalte erstellen.
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