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Zürich Schaffhausen Streit um Zürcher Herzmedizin - ein Fall für die Gerichte?

Seit zwei Jahren liegen sich Stadt und Kanton Zürich um die Hoheit in der Herzmedizin in den Haaren. Mit der Eröffnung eines gemeinsamen Herzzentrums hätte der Streit Ende 2013 gelöst sein sollen. Doch diese Pläne sind inzwischen auf Eis gelegt. Nun könnte er ein Fall für die Gerichte werden.

Legende: Video Herzmedizin in Zürich abspielen. Laufzeit 7:23 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 02.01.2014.

Noch vor einem Jahr schien endlich alles geregelt in dieser verworrenen Geschichte. Mit einer Absichtserklärung bekräftigten die Gesundheitsvorsteherin Claudia Nielsen (SP) von der Stadt und Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (FDP) vom Kanton, die Herzmedizin im Universitätsspital USZ zu konzentrieren. Im Gegenzug sollte das Stadtspital Triemli einen gleichwertigen Ersatz bekommen.

Gesundheitsdirektoren mit schlechtem Gedächtnis

Erstmals reden nun die Akteure in «Schweiz aktuell» offen darüber, welche medizinischen Abteilungen das Unispital als Ersatz angeboten hat. Doch sie widersprechen sich massiv. Triemli-Direktor Erwin Carigiet sagt, das Angebot habe Ernährungswissenschaften, Sportmedizin, Geriatrie und Geburtshilfe umfasst. Regierungsrat Heiniger will, obwohl verantwortlich für das Unispital, nichts vom Angebot Ernährungswissenschaften und Sportmedizin wissen. Einzig die Geburtshilfe habe man dem Triemli als Ersatz für die prestigeträchtige und lukrative Herzmedizin geboten.

Stadträtin Nielsen hält das Angebot für inakzeptabel und lässt verlauten, es müsse neu diskutiert werden. Nielsen liebäugelt offen damit, die Herzmedizin weiterhin im Stadtspital Triemli zu behalten. Gross genug wird das neue Bettenhaus ja werden. Dagegen sagt Heiniger klipp und klar, in zwei Jahren wird die öffentliche Herzmedizin im Universitätsspital konzentriert werden. Das neue Herzzentrum im USZ wurde bereits im vergangenen Herbst eröffnet.

Leistungsauftrag läuft Ende 2014 aus

Brisant daran: Der kantonale Gesundheitsdirektor könnte dem Stadtspital den Leistungsauftrag kurzerhand entziehen, sollte die städtische Gesundheitsdirektorin nicht spuren. Dazu äussert sich Triemli-Direktor Carigiet gegenüber Schweiz aktuell unmissverständlich. In diesem Fall könnte man ja auch vor Gericht ziehen.