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Der Vater hatte die Tötung der Kinder angedroht
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 02.07.2020.
abspielen. Laufzeit 02:10 Minuten.
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Tötungsdelikt Eschenz «Die Tat war nicht vorhersehbar»

Der Kanton Schaffhausen informierte über die Vorgeschichte des Mannes, der am Wochenende seine Kinder getötet hat.

  • Am vergangenen Wochenende tötete ein 38-jähriger Mann im thurgauischen Eschenz seine beiden Kinder und anschliessend sich selbst.
  • Der Mann hatte mit seiner Familie früher im Kanton Schaffhausen gewohnt und war den Behörden bekannt.
  • So hatte der Familienvater bereits im Oktober 2019 damit gedroht, sich und die Kinder umzubringen.
  • Laut dem Schaffhauser Justizdirektor Ernst Landolt war die Tat in Eschenz aber nicht vorhersehbar gewesen.

Wie der oberste Schaffhauser Staatsanwalt Peter Sticher an der Medienkonferenz ausführte, hatte sich die Ehefrau des Beschuldigten im letzten Oktober an die Polizei in Stein am Rhein gewandt: Ihr Mann habe damit gedroht, sich und seine Kinder umzubringen. Polizisten verhafteten den Beschuldigten und verfügten eine Wegweisung aus der Wohnung.

Das Tötungsdelikt von Eschenz

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Der 38-jährige Mann und seine beiden Kinder wurden am Sonntag in seiner Wohnung in Eschenz tot aufgefunden. Die Kinder im Alter von vier und sieben Jahren lebten normalerweise bei der Mutter in Stein am Rhein.

Wie Obduktionen ergeben haben, hatte der Mann zuerst seine Kinder getötet und danach sich selbst. Die Todesursache der Kinder ist noch nicht restlos geklärt. Laut der Thurgauer Kantonspolizei sind keine weiteren Personen in die Tat involviert.

Der Mann wurde daraufhin in einer Klinik psychiatrisch abgeklärt. Er wurde allerdings nach drei Tagen wieder entlassen, denn es hätten sich keine Anzeichen einer Selbst- oder Fremdgefährdung gezeigt. Im November 2019 stellte die Ehefrau des Mannes ein Eheschutzgesuch am Kantonsgericht Schaffhausen. Laut Andreas Textor, Vizepräsident des Kantonsgerichtes, ist dies üblich. Die Ehegatten hätten sich vor Gericht über die Kinderbetreuung geeinigt, so Textor.

KESB war involviert

Im Frühling 2020 kontaktierte die Mutter schliesslich die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Schaffhausen (KESB) und meldete einen Konflikt in Zusammenhang mit der Trennung. «Wir hatten daraufhin regelmässig Kontakt mit der Mutter und haben weitere Abklärungen gemacht», sagte die Schaffhauser KESB-Präsidentin Christine Thommen.

Es habe keine Anhaltspunkte gegeben, dass die Kinder durch den Vater gefährdet sein könnten. Der Schaffhauser Justizdirektor Ernst Landolt betonte an der Medienkonferenz, die involvierten Schaffhauser Behörden hätten zu jeder Zeit korrekt gehandelt. «Die Tat war nicht vorhersehbar», so Landolt.

Regionaljournal Ostschweiz & Zürich Schaffhausen; 02.07.2020; 17:30 Uhr;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Das ist eine echte Schande zu Lasten der KESB aber diese Mentalität und Ausrede, eventuell ein Fehler der Gesetzgebung „es ist ja nichts passieret, wir können, oder wollen nicht eingreifen und aktiv werden“
    Niemand will
    mehr eine Verantwortung übernehmen, vielerorts sind durch Timesharing die Ausweichmöglichkeiten zur Verantwortung programmiert verbaut
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  • Kommentar von Peter Frei  (Piotr)
    Wie blind muss man sein um zu behaupten, dass diese Tat nicht vorhersehbar war? Der Schaffhauser Justizdirektor Landolt tätigte diese Aussage, obwohl der Täter polizeilich bekannt war und genau diese Tat vor knapp einem Jahr angekündigt hatte. Da auch die Mutter der Kinder bei der Polizei mehrfach auf die potenzielle Gefahr hingewiesen hatte, ist diese Aussage von Herrn Landolt an Zynismus nicht zu überbieten.
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  • Kommentar von Urs-Werner Merkli  (Urs-Werner Merkli)
    Ich würde mal bei der Mutter suchen und ihrer KESB. Vermutlich ein weiterer Fall von geplanter Entfremdung.
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