Zum Inhalt springen
Inhalt

Zürich Schaffhausen Umkämpfte Sozialhilfe: SP Zürich fordert mehr Sachlichkeit

Die Sozialhilfe ist in der Zürcher Politik ein Dauerbrenner. Die Bürgerlichen kritisieren die steigenden Ausgaben und fordern radikale Massnahmen. Alles Polemik, findet die SP. Sie fordert einen Runden Tisch. Und erhält dabei Unterstützung von der bürgerlichen Präsidentin der Sozialhilfekonferenz.

Eine Frau mit zerschlissenen Jeans und Portemonnaie sitzt an einer Tramhaltestelle.
Legende: Negative Stimmung schüren löst keine Probleme bei der Sozialhilfe, sagt die SP im Kantonsparlament. Keystone

«Unsere Gesellschaft wird nicht stärker, wenn die Schwachen schwächer werden», sagte SP-Kantonalpräsident Daniel Frei am Montag im Zürcher Kantonsrat. In einer Fraktionserklärung forderte er, dass die Parteien sich zusammen setzen sollen - an einen runden Tisch zur Sozialhilfe. «Damit kann eine echte, inhaltliche Diskussion stattfinden», ist Daniel Frei überzeugt.

Keine Chance bei den anderen Parteien

Die SP erhält aber keine Unterstützung für ihren Vorschlag. Für SVP-Fraktionschef Jürg Trachsel ist es «ein Versuch, zu retten, was zu retten ist in dieser falschen Sozialindustrie». FDP und GLP verweisen auf einen Vorstoss, den sie letzte Woche im Parlament eingereicht haben. Dieser will die Richtlinien der Sozialhilfe überprüfen. Und die Bürgerlichen wollen allenfalls sogar aus der SKOS, der Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe, austreten.

FDP-Kantonsrätin kritisiert die Bürgerlichen

«Alles Schaumschlägerei», sagt dazu Gabriela Winkler. Die Präsidentin der Zürcher Sozialhilfekonferenz, der Dachorganisation aller Sozial- und Fürsorgebehörden des Kantons Zürich kritisiert damit ihre eigene Partei. Denn Winkler sitzt für die FDP im Kantonsrat.

Anders als ihre Partei begrüsst Gabriela Winkler den Vorschlag der SP für einen runden Tisch. Denn es sei wichtig, «die Sozialkosten insgesamt und die Sozialhilfe sauber auseinander zu dividieren». Und sie verweist auf eine Studie, in der untersucht wird, ob die Anreize funktionieren, die Sozialhilfeempfänger zum Arbeiten motivieren sollen. Sobald die Ergebnisse dieser Studie bekannt seien, will Gabriela Winkler den Ball der SP aufnehmen und die Parteien an den runden Tisch einladen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Edi Steinlin, Zürich
    Auch die SP muss zur Kenntnis nehmen, dass es mittlerweile sehr viele Leute gibt, die mit Arbeit, plus Steuern, Krankenkasse, Miete, Versicherungen usw. ende Monat weniger Geld haben als wenn sie Sozialhilfe bekommen würden. Niemand will die Schwachen schwächer machen aber Arbeit muss sich lohnen. Das sollten die Genossen zur Kenntnis nehmen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von W. Pip, Züri
    Sachlichkeit von Parteien ist längst passé, wenn es um fette Gewinne geht. Darum ist bei diesem Thema auch eine SP plötzlich genauso schamlos wie irgendeine Mitte-Rechts-Partei bei Wirtschaftsthemen. Ein Beweis mehr, dass es nur Volksrechte richten können. Denn nur das Volk schaut für das Volk.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Samuel Bendicht, Bern
    Die Armen haben leider keine Lobby und dass haben die SVP Parteistrategen erkannt und hauen darum mit der vollen Kraft auf die Ärmsten ein und schüren den Neid, damit jene die nur wenig haben, dann noch gegen unten treten, weil sie alle Angst haben, weiter abzurutschen. Wer sagt endlich mal wie widerlich eine solche Politik ist, besonders wenn in der Präambel der BV steht: ...dass frei nur ist, wer seine Freiheit gebraucht, und dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen, ..."
    Ablehnen den Kommentar ablehnen