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Umstrittene Verteilaktion In Winterthur werden wieder Broschüren zum Islam verteilt

«Islam einfach und kurz erklärt»: Wer hinter der Aktion von Einzelpersonen steckt, weiss die Polizei noch nicht.

Zwei Männer stehen in einer Winterthurer Gasse. Beide haben Schilder an mit der Aufschrift "Islam einfach und kurz erklärt".
Legende: Eine mobile Verteilaktion in der Winterthurer Altstadt, aufgenommen Mitte Juli. SRF

Lange war es ruhig um die Koran-Verteilaktion der umstrittenen Gruppe «Lies!». Nun verteilen Unbekannte wieder Gratis-Broschüren in der Winterthurer Altstadt.

Die Botschaft ist typisch für den Salafismus.
Autor: Georg Otto SchmidReligionsexperte des Vereins Relinfo

Es sind Einzelpersonen, die mit Schildern unterwegs sind und Leute ansprechen. Das Vorgehen – die Konstruktion, die sie tragen, und das mobile Verteilen – erinnere an die fundamentalistische Lies!-Organisation, sagt Georg Otto Schmid vom Verein Relinfo. Und: «Die Botschaft, der Islam lasse sich ‹einfach und kurz› erklären, ist eine typische Werbeaussage des Salafismus.»

Eine Gruppe Männer. Auf dem Rücken Banner mir der Aufschrift Lies!
Legende: Das Vorgehen erinnere an Lies!, sagt der Experte. Hier im Bild bei einer Aktion in Deutschland. Keystone

Ob die Verteilaktion tatsächlich auf diese Gruppe zurück geht, kann die Stadtpolizei Winterthur weder bestätigen noch dementieren. Mediensprecher Michael Wirz sagt auf Anfrage des «Regionaljournal Zürich Schaffhausen»: «Solange diese Leute keinen Stand aufstellen, benötigen sie keine Bewilligung. Deshalb wissen wir nicht, wer sich dahinter verbirgt.»

Fachstelle ebenfalls nicht im Bilde

Auch die Winterthurer Fachstelle für Extremismus und Gewaltprävention kennt die Leute nicht. Sie hätten zum Thema keine Anfrage erhalten. Ausserdem sei die Aufgabe der Fachstelle die Prävention und nicht, Menschen im öffentlichen Raum zu beobachten, so eine Sprecherin gegenüber dem «Regionaljournal». Das sei Aufgabe der Polizei. Doch diese will erst handeln, sobald konkrete Hinweise aus der Bevölkerung kämen oder sich Passanten gestört fühlten.

In der Stadt Zürich sind derweil keine ähnlichen Verteilaktionen bekannt. Und auch in Zürich gilt dasselbe wie in Winterthur. Wenn Leute mobil Broschüren oder einen Koran verteilen, sei dies grundsätzlich nicht strafbar. Erst wenn jemand einen Stand aufbauen möchte, muss man bei der Polizei eine Bewilligung einholen.

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36 Kommentare

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  • Kommentar von Sascha Freitag (SF)
    Wo ist das problem? Links stehen lassen, wie die altbekannten, christlichen glaubensbrüder auch.
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  • Kommentar von Ernst U. Haensler (ErnstU)
    Meinungsfreiheit u Religionsfreiheit wird von gesellschaftspolitischen Religionen ausgenutzt. Für die ist Religion keine private Angelegenheit.
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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Ich kann mich nur wiederholen. Das Christentum braucht 1 Reform und das Judentum und der Islam 2 Reformen bis sie da sind wo eine gute Religion stehen sollte im dritten Jahrtausend nach Christus. Damit müssten wir eigentlich auch unseren Kalender hinterfragen. Wir kommen nur weiter wenn wir die Identiäten ganz allgemein auf eine neue Stufe heben. Einige im Forum haben genau das verstanden der Rest leidet an einer Homo Phobie, hier passt der Ausdruck sehr gut.
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