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Ärztestopp im Kanton Zürich
Aus Schweiz aktuell vom 13.12.2019.
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Weniger Ausländer Natalie Rickli verfügt sofortigen Ärztestopp für Zürich

  • Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) verfügt einen Zulassungsstopp für ausländische Ärztinnen und Ärzte.
  • Wer nicht mindestens drei Jahre an einer anerkannten Weiterbildungsstätte in der Schweiz tätig war, darf nicht mehr zulasten der obligatorischen Krankenversicherung abrechnen.
  • Der Zulassungsstopp gilt seit einer Minute nach Mitternacht, wie Rickli am Freitag erklärte.

Der Regierungsrat will mit dem sofortigen Ärztestopp erreichen, dass weniger Praxen neu eröffnet werden. In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Arztbewilligungen für ausländische Mediziner stark zugenommen. Eine Entwicklung, die sich direkt auf die Krankenkassenprämien auswirkt: Laut einer Einschätzung der Branchenorganisation santésuisse kostet jede Praxiseröffnung den Prämienzahler pro Jahr über eine halbe Million Franken.

Stopp gilt für Schönheitschirurgen – aber nicht für Hausärzte

So wuchs etwa der Bereich der Schönheitsmedizin, der Urologie oder der Augenmedizin überdurchschnittlich stark. Die Zürcher Gesundheitsdirektion macht allerdings Ausnahmen: Vom jetzigen Zulassungsstopp nicht betroffen sind ausländische Ärzte, die in der medizinischen Grundversorgung oder in Disziplinen tätig sind, in denen generell eher Mangel herrscht.

Auf der Ausnahmen-Liste stehen deshalb allgemeine innere Mediziner, Hausärzte, Kinder- und Jugendmediziner sowie Kinder- und Jugendpsychiater sowie -psychotherapeuten. Auch für die Spitäler gilt der Zulassungsstopp vorläufig nicht. Eine gewisse Verlagerung in den spitalambulatorischen Bereich sei wegen dem Grundsatz «ambulant vor stationär» durchaus erwünscht.

Ärztestopp könnte bald obligatorisch werden

Mit der sofortigen Massnahme macht es Zürich anderen Kantonen gleich. Ausser Graubünden, Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden haben sämtliche Kantone bereits eine Zulassungsbeschränkung für ausländische Ärzte eingeführt.

Immer mehr Ärzte aus dem Ausland

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Im vergangenen Jahr gab es im Kanton Zürich rund 6200 aktive Arztbewilligungen. Dabei waren 1700 Ärztinnen und Ärzte mit ausländischem Diplom, rund 1400 Ärztinnen und Ärzte hatten einen ausländischen Facharzttitel.

Dieser Anteil ausländischer Mediziner ist viel grösser als etwa im Jahr 2010. Damals waren erst rund 700 Ärzte mit ausländischen Diplomen oder Facharzttiteln im Kanton Zürich gemeldet.

Zürich hatte den Zulassungsstopp zwar zwischenzeitlich auch, hob ihn 2013 aber wieder auf. Der damalige Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (FDP) begründete dies damals mit der Personenfreizügigkeit, die sonst verletzt werde. Für SVP-Regierungsrätin Rickli ist dies kein Argument, nicht zuletzt, weil die Nachbarkantone den Zulassungsstopp ja auch hätten.

Hektik bei ausländischen Ärzten

Auf Bundesebene ist aktuell ein Zulassungsstopp in Arbeit, der für alle Kantone Pflicht werden soll. Allerdings sind die Beratungen nicht abgeschlossen, eine Einigung ist noch nicht in Sicht. Im ersten Quartal 2020 wird sich der Nationalrat damit befassen. Rickli rechnet damit, dass die Regelung erst 2021 in Kraft tritt.

Erfahrungen aus anderen Kantonen haben gezeigt, dass es dann einen Ansturm gibt. Dem wollten wir zuvorkommen
Autor: Natalie RickliGesundheitsdirektorin ZH/SVP

Wie die Zürcher Gesundheitsdirektorin gegenüber SRF News erklärte, befürchtete man im Kanton Zürich einen noch stärkeren Ansturm von ausländischen Ärzten, die vor dem Inkrafttreten einer schweizweiten Regelung noch eine Bewilligung erhalten wollten. Darum auch der Zulassungsstopp per sofort und ohne Ankündigung: «Erfahrungen aus anderen Kantonen haben gezeigt, dass es dann einen Ansturm gibt. Dem wollten wir zuvorkommen.»

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Theresia Weber  (Resi)
    René Balli, Ja gesunde Ernährung aus nicht "vergiftentem" Boden und Wasser… Das Grundproblem liegt beim BAG das mehr dem Profit der Pharmaindustrie dient als der Gesundheit der Bevölkerung. Unnötige Wiederhohlung von Impfungen, Impfungen in schlechtem Gesundheits-Zustand der Geimpften, unnötige Verschreibung von Antibiotika, Kortison… Einfache Krankkeiten, die mit Alternativ-Medizin geheilt werden könnten.
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  • Kommentar von Klemens Gruner  (Gruner)
    Durch diese Verordnung können nun in der freien Praxis ausscheidende ausländische Ärzte nicht wieder durch einen ausländischen Arzt ersetzt werde. Die Bewilligungen werden ad Personam erteilt. Staatliche Ambulatorien sind ausgenommen. Nun kann der Kanton Zürich problemlos sein teures Ambulatorium im Circle am Flughafen füllen. Bin gespannt wer dort arbeitet. Reiner Protektionismus
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  • Kommentar von Martin Egger  (Martin Egger)
    Augenärzte gibt es eher zu wenig in der Schweiz. Darum hätte in diesem Bereich kein Stopp verfügt werden sollen. Auch wenn es etwas mehr kostet ...
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